#4 / 2022

TERMIN: 26.04.22 / 20h

Thema: Selbsterfahrung mit Pferden – welche Erkenntnisse/Einsichten habe ich über mich durch das Zusammensein mit (einem) meinem Pferd bekommen, die ich sonst nicht hätte?

Hallo ihr Lieben. 

Vielen Dank für das vertrauensvolle Teilen eurer Erkenntnisse im Kontakt mit Pferden.

Für mich ist das ein Herzensthema: die Selbsterfahrung mit Pferden. Und in Gedanken an unseren Treff und dem letzten Seminar mit den Schwerpunkten Stille & Meditation kommen mir selbst ein paar Einsichten. In Lebensphasen gedacht hatte ich in meinen 20zigern den Drang mich auszuprobieren und zu lernen. Ich habe dort die „wilde“ Seite der Pferde gesucht und gefunden und bin daran gewachsen. Diese Wildheit und dadurch die Auseinandersetzung mit dem eigenen „wilden“ Herzen, hat mich erkennen lassen, dass diese innere Stärke, Energie und zuweilen auch Härte einen Gegenspieler benötigt: den Sanftmut. Also den Mut zum Sanft sein – ich habe erfahren, dass egal wie wild und unbezähmbar das Pferd rüberkommt, es auch immer bereit ist, sich mit einer großen Liebe und Sanftheit auf ein Gegenüber einzulassen. Und auch zu sehen, wie sehr diese Wildheit auch ein Schutz vor Gefahr und Verletzung ist, besonders im Zusammenhang mit der Einwirkung eines Menschen. 

Das hat mir geholfen, meinen Weg, den Umgang zu verändern, den Weg einzuschlagen, für den mein Herz wirklich schlägt: der ergebnisoffene Kontakt zu einem Pferd und das in mich hineinhorchen, was das jetzt gerade für mich und mein Dasein bedeutet. Und wenn es dann schön ist, es voll zu genießen. Einfach mal auf der Koppel faulenzen, die Sonne genießen oder auch zu guter Musik konzentriert gemeinsam den Rhythmus zu finden… so viel zeigt sich für mich im Loslassen.

Nach dieser Ausschweifung von meiner Seite, hab ich sehr fasziniert und interessiert euren wundervollen Geschichten & Einsichten gelauscht.

Hier meine kleine Zusammenfassung:

  • Mein Bauchgefühl ist meine innere Kompassnadel, die ich durch Pferde und jetzt durch mein eigenes Pferd lerne mehr und mehr wahr- und Ernstzunehmen. Auch im Job eine hilfreiche Erkenntnis.
  • Mein Pferd hat mich auf ein Lebensthema hingewiesen: Grenzen zu setzen. Durch dieses Grenzen setzen den eigenen „safe space“ zu wahren und dem Gegenüber auch dadurch die Möglichkeit zu bieten auch einen solchen „safe space“ zu haben. So kann ich und auch mein Pferd viel besser entspannen – aus der entspannten Distanz , können wir dann Viel leichter zusammen rücken und auch mit mehr Nähe gut miteinander sein.
  • Dazu gehört auch Achtsamkeit, Ruhe und die Frage „Wie ist es jetzt“ für mich. Also in diesem Grenzen setzen steckt vieles und nicht zuletzt die Erkenntnis, was mir gut tut.
  • Durch meine Pferde habe ich erkannt, dass ich eigentlich schon viel Wissen „angehäuft“ habe, dieser Haufen, aber doch schnell wieder im Alltag verschüttet wird. Zum Thema Gesunderhaltung muss ich immer wieder dieses Wissen „wecken“. Auch habe ich erkannt, dass ein gemeinsamer Weg ein Fernziel (Leuchtturm) hat, jedoch Schritt für Schritt, eben gemeinsam begangen wird. Wie ein Puzzle setze ich jedesmal die Schritte zusammen, auf dem Weg zum Leuchtturm.
  • Durch die Erfahrung, dass es nichts bringt, wenn ich mich ausgebrannt und körperlich schlecht fühle, zum Pferd „quäle“ und versuche zu arbeiten, wurde mir klar, dass das auch im „richtigen Job“ nichts bringt. Lieber einen Tag pausieren und dafür den Rest der Woche gut durchkommen, als weiterzumachen und dann 1 Woche krank zu sein. 
  • Mein großes „Dauer – learning“ mit meinem Pferd ist die Entdeckung der gemeinsamen Ruhe. Früher bin ich sehr mit den Emotionen meines Pferdes mitgegangen, habe mich gemeinsam mit meinem Pferd aufgeregt… Heute habe ich gelernt: Entschleunigung und Ruhen tuhen mir besonders in aufreibenden Situationen gut. So kann ich bei mir bleiben, für mich sorgen. Auch konnte ich so mein Pferd anders wahrnehmen und unabhängig von eigenen Interpretationsmustern und Projektionen erkennen, dass es mich „nicht ärgern will“. Sondern dass ihm die Situation ernst ist. Das hat mir auch im Bezug zu meinen Mitmenschen sehr geholfen.
  • Für mich war die größte Erkenntnis in letzter Zeit mit meinem Pferd: die „Quality time“ zu zelebrieren. Mein Ziel: Zeit schön miteinander zu verbringen! So kann ich auch die Stimme meines Pferdes besser hören und im Zweifel eher meine Vorstellungen und Pläne loslassen und was machen, was uns beide motiviert. Da gibt mir mein Pferd deutlich positives Feedback, das ermutigt mich, das so weiterzumachen und ich merke, das tut mir sehr gut. Ich lerne dadurch auch meinem Bauchgefühl auch in der Konsequenz zu folgen und bin mehr dazu in der Lage mein Ding zu machen. Das lässt sich für mich auch auf Mitmenschen übertragen: auch in der Stallgemeinschaft achte ich auf Quality time, denn es ist schließlich meine Freizeit, die ich teuer bezahle!
  • Meine Erkenntnis ist, dass die Grundsätze der Kommunikation, die bei Menschen funktionieren auch beim Pferd klappen. Klarheit ist hier für mich wichtig. Die Erkenntnis, dass diese Klarheit von mir kommen muss, dass es auf mich ankommt, diese Kommunikation mitzugestalten. Dafür muss ich auch im Kopf klar sein, fokussiert sein. Ich sage mir – und meinem Pferd – im Kopf: „Jetzt kommt es drauf an“ und es klappt, das worauf es ankommt, das kommt eben an. Dabei bin ich ganz bewusst da: Ich reite jetzt! Dadurch komme ich auch in meinen Körper, nehme meinen Sitz bewusst wahr. So gelingt es mir Verantwortung zu übernehmen und für mich und mein Pferd da zu sein – egal wie die Situation sich verändert.
  • Für mich sind es erstmal zweierlei Dinge: etwas wirklich gut zu verändern, wenn es mich wirklich stört und zum anderen die (schmerzhafte) Erkenntnis, dass einfach nicht mehr alles möglich ist. Durch mein Pferd habe ich nachhaltig mein Körpergefühl verbessert, in dem ich aktiv etwas dafür tue: Ausgleichssport. Das tut mir gut und ich hätte es ohne mein Pferd nicht mehr so gemacht. Außerdem merke ich, dass ich anders angeschaut werde als früher, von anderen Reitern. Mir wurde klar: okay es ist eine andere Lebensphase, ich bin nicht mehr der junge Hüpfer, dem kein Hindernis zu hoch ist. Ich habe jetzt andere Themen, ordne mich anders in der Reiterwelt ein. Zum anderen konnte ich mir den Traum und die Sehnsucht nach dem Ponyhof – Leben erhalten. In diesem Gefühl kann ich loslassen, wieder frei und wild sein und durchs Gelände tigern. Dieses Loslassen ist ein abgeben von Verantwortung, es fühlt sich leichter an. Ohne die Pferde wäre mir das nicht bewusst und so möglich.

Nochmals vielen Dank für das Teilen eurer Schätze in der Runde! Ein echtes Geschenk.

Wie schon angemerkt: ich habe ein kleines Podcast – Projekt, was soglangsam Fahrt aufnimmt. Ich werde in diesem Projekt einige für mich interessante Pferdemenschen interviewen und will herausfinden, was die so antreibt, wie sie so funktionieren, was für sie im Bezug auf Pferde Lebensthemen sind. Da wird es vielleicht auch noch mal eine separate Info – Mail zum geben, wenn es soweit ist. Ansonsten könnt ihr das per Instagram / facenbook verfolgen.

Noch eine kleine Neuigkeit: ich bin dieses Jahr wieder viel mobil unterwegs, unter anderem Richtung Norden (Hamburg und Schleswig Holstein) und Hessen (Raum Kassel), wer sich da mit Unterricht anschließen möchte, kann mich gerne kontaktieren. Termine findet ihr auf meiner Homepage.

#1 / 2022

Der Kontakt & die Beziehung zum Pferd, was gibt mir das? 

Geschichten & Hintergründe zur Pferd/Mensch (Frau :)) Beziehung.

Liebe Online – Reiter*innen 🙂

Jetzt hatte ich eine volle Woche und komme endlich zum Protokoll für Euch von unserem ersten Treff in 2022.

Es war wieder sehr schön und interessant mit Euch und Euren Geschichten zum Thema Pferdebeziehungen.

Im Anschluss ans Protokoll und im Anhang gibt es noch ein paar spannende neue Inhalte von mir – auch in Seminarform – für alle, die Lust auf neue Erfahrungen in 2022 haben.

Hier meine Zusammenfassung:

Zu Beginn das Watzlawick Zitat entnommen aus der Coaching – Fortbildung bei Mona Pelz „Gemeinsam unterwegs mit Pferden“:

„Jede Kommunikation hat einen Inhalts und einen Beziehungsaspekt.

Wobei letzterer den ersten bestimmt und daher eine Meta – Kommunikation ist.“

Also die Inhaltsebene ist quasi die „Unterhaltung“ über die Beziehung – das ist vereinfacht mit Meta – Kommunikation gemeint. 

Die Pferd/Mensch Interaktion ist demnach der körperliche Ausdruck (die Meta – Kommunikation) der Beziehung zwischen Pferd und Mensch.

Als Beispiele habe ich die „klassischen“ oder auch „oldschool“ Annahmen aus dem Parelli Natural Horsemanship Prinzip genommen: Respekt und Vertrauen.

Interagiere ich mit meinem Pferd primär über sog. „Respekts“ – Übungen, also fordere ich vor allem Raum/Distanz über den Stick, bin ich eher „streng“ und interpretiere das Verhalten meines Pferdes im Bezug auf mich eher als „dominant“, dann führe ich eine Beziehung, die eine klare Hierarchie fordert – ich bin der „big boss“ und mein Pferd hat meine Anweisungen respektvoll zu befolgen. 

Interagiere ich mehr über „Vertrauens“ – Übungen, also suche ich die Nähe zu meinem Pferd, lade es eher in meinen Raum ein, versuche „ohne Druck“ zu arbeiten, bin ich eher „überredend“ (Leckerlie), und interpretiere das Verhalten meines Pferdes im Bezug auf mich als eher „vertrauensvoll“, dann führe ich eine Beziehung, die Vertrauen in allen Situationen und Aufgaben vom Pferd fordert – ich bin dann die „V-Person“ und mein Pferd soll zu jeder Zeit meine Hilfen vertrauensvoll annehmen. 

Das sind natürlich 2 überzeichnete Beispiele, die die 2 bekanntesten Strömungen der Beziehungsgestaltung im Horsemanship verdeutlichen sollen.

Meistens/im besten Falle ergibt sich daraus eine okaye Mischung für Pferd und Mensch.

Interessant daran ist, dass eben diese oben angesprochene Meta – Kommunikation in vielen Fällen über Nähe/Distanz, also „Raumspiele“ zwischen Pferd und Mensch ablaufen. Oft erkenne ich daran, also an der Nähe oder der Distanz, die der Mensch bewusst/unbewusst zulässt/einfordert vom Pferd, welche Grundstruktur hier am Wirken ist. 

Mit diesem kleinen Intro sind wir dann in die Geschichten von jeder von Euch eingestiegen. Hier in Spiegelstrichen zusammengefasst, was ich verstanden habe/erinnere:

  • „Man kann nicht, nicht kommunizieren“ – Beziehung ist überall.
  • Die Beziehung ist stark verbunden mit der Tagesstimmung / ist Stimmungsabhängig. Allerdings gibt es auch Grundpfeiler an denen sich die Inhalte orientieren können – also auch die Beziehung. Dabei spielt die Gesunderhaltung eine Rolle – sie gibt auch bei schlechter Stimmung den Antrieb für eine gute Zeit miteinander (z.B. bei Massagen). 
  • Rituale zur „Einstimmung“ helfen auch als Stimmungsaufheller und als angenehmes Ankommen. Ob in der Futterküche, der Sattelkammer oder auch dem Weg zum Einfangen. Hier können sich die Gedanken sammeln und Frau „erdet“ sich.
  • Zum Thema Nähe und Distanz wäre auch eine Betrachtung, dass geforderte Distanz hilfreich sein kann, um Spannung abzulassen. Vor allem im Winter, wenn es sonst meist für die Pferde wenig Möglichkeiten zum richtigen austoben gibt. Aber genauso kann Distanz auch mentale Nähe fördern: in der Freiarbeit beispielsweise, diese kann auch als größte gemeinsame Nähe erfahren werden.
  • Grundsätzlich kann jede Arbeit mit dem Pferd als etwas gemeinsames gesehen werden = der Inhalt ist eben der Ausdruck der Gemeinsamkeit = der Beziehung.
  • Die Umwelt spielt auch eine Rolle, wie ich die Beziehung zu meinem Pferd wahrnehme und letztlich gestalte. Schaffe ich es, den Blick zu verändern, also einen Perspektivwechsel, dann kann ich auch das Verhalten des Pferdes anders interpretieren und meine Beziehung umgestalten – von einem eher angstbesetzten Umgang mit dem Pferd  zu einem Führungsstil, der dem ängstlichen Pferd Anlehnung bietet. 
  • Hilfsmittel als „Schutzausrüstung“ – baue ich diese ab, dann werde ich vorsichtiger, sensibler in meiner (Inhalts-) Beziehungsgestaltung. Ich kann so auch unbewusste Bedürfnisse in mir und deutlich gezeigte Bedürfnisse des Pferdes besser annehmen. Und wenn mein Pferd mir mal deutlich zeigt, dass heute nicht der Tag für die großen Sprünge ist, dann kann ich dies annehmen – mit einem Lächeln und mir einen schönen Tag machen – auch mal ohne Pferd. Das Pferd, das sorgt schon gut für seine Bedürfnisse, dann kann ich das auch :).
  • Diese Bedürfnisse können auch schon im Kontakt mit dem Pferd sichtbar werden. Wie ist die Situation für mein Pferd, wenn ich ankomme und schon mit Halfter auf dem Paddock stehe, kann ich etwas Zeit lassen und diese schon als Beziehungszeit sehen? Wenn mir das gelingt, dann nehme ich mir Beziehungszeit und das tut uns immer gut!
  • Auch das grundsätzliche Verhalten meines Pferdes mir gegenüber kann sich mit der Beziehungszeit verändern. Es kann hier auch mehr Nähe im Sozialverhalten entstehen- z.B. wenn mein Pferd über knabbern und/oder lecken Kontakt anbietet. Doch was passiert mit Nähe und Distanz, wenn Beziehungsstress entsteht? Hüpft mein Pferd „in mich rein“ oder will es weg? Zeigt es beides? Am Hänger zeigt sich dann in meist erstmal extremer Form, was die Stressreaktion im Bezug auf den Menschen und umgekehrt im Bezug auf das Pferd ist. Wer hier die Ruhe bewahrt, sich Zeit zur Beobachtung nimmt ist gut beraten!
  • Zeit als höchstes Gut im Bezug zum Pferd. Die „Pferdezeit“ also wirklich als diese definieren und nichts anderes. Alles im gemeinsamen Tempo, Gelassenheit als Grundwert in der Beziehungsgestaltung – denn Stress also auch Zeitdruck – hemmt unsere Fähigkeit zur Beziehungsgestaltung. 
  • Schließlich können Pferde auch Teil des „ganz normalen Alltags“ sein, wenn sie am Haus wohnen. So ist die Beziehung in meinen Lebensrhythmus eingebaut und das auf beiden Seiten. Hier ist die räumliche Nähe auf einer neuen Ebene und ich kann den Kontakt zum Pferd als tägliche Dosis „Oxytocin“ nutzen. Dieses Hormon bzw. Die Bildung der Rezeptoren im Hirn für dieses Hormon – ist notwendig für die soziale Interaktion bei Mensch und Tier. Das Berühren des Pferdes erdet mich also auch hormonell :).

Ich danke Euch sehr für Eure schönen Einblicke und Geschichten <3!

Jetzt zu den neuen Inhalten:

Einmal gibts einen neuen „Gruß aus der Reithalle“ zu sehen:

Dann starte ich ab dem Februar 2022 mit der Wochenend – Seminarreihe „Raumspiele“ hier bei uns auf dem Hof.

„Raumspiele“ ist im Grunde eine kleine Selbsterfahrung mit Pferden. Wir werden an 2 Tagen einen ganz neuen Blick auf uns und die Beziehung zu Pferden werfen. Dabei kann jede*r seine ganz individuellen Spielräume entdecken. Das praktische: ihr braucht kein eigenes Pferd mitbringen. Dieses Seminar entfaltet seine Wirkung im Innern, ihr braucht dafür nur euch selbst mitbringen :). Die Pferde hier sind bestens geschult, um euch in der Entfaltung zu unterstützen :)).

Es wird eine ganz kleine Gruppe, Corona – Konform, von max. 3 Personen sein.

Mehr Infos hier:

Und jetzt der neue Termin mit folgender Überschrift:

Die Wahrnehmung der Pferdezeit – Vergangenheit und Zukunft:

Wie formuliert ihr zukünftige und Ziele und wie gelingt es euch diese auch zu erreichen?

TERMIN: 22.02.22 um 20:00 Uhr (wow)

#7 / 2021

7.12.2021 / 20h

Ihr Lieben, 

schön war es wieder mit Euch.

Hier meine kleine Zusammenfassung:

Thema: Im Moment sein mit dem Pferd – was macht einen guten Moment aus? 

Zunächst eine kleine Einführung zum Thema Werte und warum es in der Pferdezeit ein echter Gewinn sein kann, die eigenen Werte in Beziehungen zu kennen.

Im Kontakt mit uns selbst und im Bezug zu anderen Menschen/Tieren/Pflanzen/der Welt an sich, beziehen wir uns auch auf unsere inneren Werte. Wir gleichen in Situationen unbewusst das Geschehene mit unserem inneren Wertesystem ab. 

Dabei streben wir genauso unbewusst danach unserer Werte zu erreichen. 

Haben wir einen inneren Wert im Kontakt mit z.B. dem Pferd erreicht, dann fühlen wir Motivation. 

Wir freuen uns, sind motiviert und wollen weiter im Kontakt bleiben. 

Insgesamt fühlt sich das ganze dann sehr angenehm an. 

Umgekehrt werden wir wütend, wenn Werte verletzt werden, wir diese im Kontakt nicht erreicht sehen. 

Wut ist die Hüterin der Werte (vgl. Sebastian Mauritz/Resilienztraining). Sie verteidigt mit ihrem flammenden Schwert unsere wertvollsten Wertvorstellungen.

Aus den Werten formen sich in der Praxis Ziele. 

Im Umgang mit dem Pferd heisst es oft:

„Ich möchte mehr Vertrauen!“

Oder „mehr Respekt“, „mehr Gelassenheit“, „Aufmerksamkeit“ usw. Die Liste ist seehehr lang. 

Diese Wünsche sind Zielvorstellungen, also ich möchte über eine Übung zu dem Wert kommen. Dafür gibts dann ja das Gelassenheitstraining. 

Doch so einfach ist das nicht, denn oft sind wir uns unserer Werte, die quasi hinter den gewählten Übungen stecken, gar nicht bewusst. Klappt die Übung nicht, werden wir sauer und wissen oft nicht genau warum überhaupt. 

Wir geben dann entweder uns oder unserer Umwelt die Schuld.

Sind wir allerdings in der Lage dazu diesen Zustand zu reflektieren, also kennen wir unsere Werte, vielleicht sogar Übungsbezogen, dann geht es ganz plötzlich nicht mehr um Schuld, Fehler oder schlechtes Gewissen. 

Dann sind wir im Kontakt mit unseren Werten, also mit uns selbst. 

Dann können wir ausgehend von den Werten unsere Ziele klar vor uns sehen. Dadurch gewinnt die Beziehung zum Pferd, die Übungen erreichen eine besondere Qualität. 

So, wie komme ich jetzt dahin?

Werteaufstellung:

Zusatzfragen, die ein inneres Bild dazu anregen:

„Wann leuchten deine Augen, wenn du mit deinem / einem Pferd bist?“

Situation imaginieren und dann die Frage:

„Warum ist dir das wichtig?“

Und

„Wofür ist das gut?“

Diese Fragen solange wiederholen, bis eine Sammlung von Werten entsteht.

Zur Inspiration siehe die Wertesammlung im Anhang. 4 – 5 sind zu Beginn vollkommen ausreichend.

Werte, die wir in der Runde benannt haben:

  • Vertrauen
  • Respekt
  • Harmonie
  • Verantwortung
  • Kontrolle / Sicherheit 
  • Hingabe 
  • Eigenverantwortlichkeit
  • Synchronisation

Dabei entstand eine wertvolle Diskussion über den Rahmen, also wann ist frau überhaupt in der Lage, die guten Momente mit dem Pferd zu erleben? 

Die Frage nach dem „was fehlt?“ tauchte auf. 

In einer Fortbildung vor einigen Wochen wurde ich an die Grundbedürfnisse des Menschen aus bindungstheoretischer Sicht erinnert. 

Zuwendung

Struktur

Stimulation

Diese Bedürfnisse gilt es u.U. abzuchecken, falls die guten Momente auf sich warten lassen.

(Zur Erinnerung die Grundbedürfnisse des Pferdes nach Parelli Natural Horsemanship:

Sicherheit (Herde)

Komfort (hier ist es gut)

Futter/Wasser (steht bei manchen Shetties eher weiter oben ;))

Soziale Kontakte (Freunde))

Wir kamen dann zu der Erkenntnis, dass wir vor allem gut für uns selbst sorgen müssen, um gut mit dem Pferd sein zu können.

Hach, das klingt immer alles so logisch & einfach….

Ich glaub ich mach mir noch einen Kaffee, bevor ich weiter eMails bearbeite .

In diesem Sinne wünsche ich Euch eine ganz zauberhafte, entspannte und angenehme Winterzeit, alle Festlichkeiten & Familientreffen eingeschlossen ;).

Seid liebevoll mit Euch.

Der nächste Termin im neuen Jahr:

Dienstag 18.01.21 um 20:00 Uhr 

Thema: 

Der Kontakt & die Beziehung zum Pferd, was gibt mir das? 

Geschichten & Hintergründe zur Pferd/Mensch (Frau :)) Beziehung.

#6 /2021

# 6/ 2021 // 9.11.21 / 20h

Hallo in die Runde.

Es war zauberhaft euch wieder zu sehen. Und eure Geschichten haben mir wieder gezeigt wie sinnvoll so ein Austausch ist, auch wenn es nur kleine Blitzlichter sind, so strahlt das noch ganz schön die Tage danach. Für mich gab es einige tolle Denkanstöße.

Hier eine kleine Zusammenfassung von dem, was mir zu Ohren kam 🙂

Als roter Faden habe ich immer wieder gehört, wie das eigene Pferd als Persönlichkeit wahrgenommen wird, wie es sich anderen und auch dem Menschen gegenüber verhält und das dass den Prozess des Ankommens prägt. 

Aber auch ein fundamentales Wissen, z.B. über den Zyklus einer Stute, darüber was es ausmacht, ob es 2 oder mehr Tiere sind, steht am Anfang und ist wertvoll, um das Ankommen gelingen zu lassen.

Im Zusammenhang mit diesem speziellen Wissen steht die grundsätzliche Einschätzung, wie die neue Herde aufgebaut ist. Also auch wenn evtl. von den Stallbesitzern gleich gesagt wird: „erstmal mit dem Chef zusammen“ oder gerade eben nicht. Hier fungiert der / die Stallnbesitzerin als „Expert*in“, also die Person, die die Herde kennt. 

Dabei haben wir einen kleinen spannenden Ausflug in die Welt der Pferdeherde genommen. Ich finde das Thema gerade in unserer „künstlichen“ Umwelt – im Gegensatz zur wirklichen Wildnis – die wir für unsere Pferdeherde schaffen, sehr spannend und wichtig. 

Wer wird von uns als Chef wahrgenommen? Was sagt das über unser Chefbild aus? 🙂 Ihr könnt es euch denken. Das Märchen des lauten, polterigen Herdenchefs (meist männlich) haftet ganz schön doll, auch wenn es gute, neue Denkweisen zum Thema Herdenstruktur gibt. Nur die sind meist ganz leise :)). 

Also da lohnt sich ein genauer Blick und vor allem auch ein langer Blick. Bis wir sowas erkennen, dauert das, denn die Projektionsfläche, der Interpretationsspielraum ist riesig. So eine Herde bietet uns Menschen auch immer wieder die Möglichkeit unsere eigenen Ansichten, was „sozial“ im weitesten Sinne bedeutet, zu untermauern. 

Hier ein paar Ansichten dazu, die ich sehr spannend finde:

https://literatur.thuenen.de/digbib_extern/zi031485.pdf

https://edoc.ub.uni-muenchen.de/14759/1/Szivacz_Barbara.pdf

https://d-nb.info/996021809/34

Dieses Wissen, wie die neue Herde so tickt, schafft genauso Sicherheit wie das Wissen um die Abläufe am neuen Ort (ich habe das Wort Klarheit noch in dem Zusammenhang in Erinnerung). Also die Klarheit um die Abläufe vor Ort ist hilfreich.

Gerade wenn diese Abläufe Schritt für Schritt erfolgen, also sowohl das Pferd, als auch der Mensch „mitgenommen“ wird. Im Ankommen steckt eben auch immer eine Dynamik, der sonst hinterher gehechelt wird und dann verliert es schnell seinen Zauber. 

Um so enttäuschender und völlig „entzaubert“ wirkt es, wenn es eigentlich einen klar kommunizierten Ablauf gibt, der nicht eingehalten wird. Das ist ein Vertrauensbruch, der nur schwer verdaulich ist. Dann werden aus Neuankömmlingen Stressoren für Tier und Mensch.

Hat Pferd jedoch das große Glück, dass es sich um eine „private“ Herde handelt, dann werden sogar Familienzusammenführungen über große Distanzen möglich, einfach so aus dem Bauch heraus.

Mein Fazit nach dieser schönen Runde – ganz auch aus dem Bauch heraus geschrieben: 

Sind sich Mensch und Pferd einander sicher, sind die Abläufe am neuen Ort für den Menschen klar und gibt es noch ein bisschen Raum für Bauchgefühl, ein bisschen Zeit für Zweisamkeit, dann kann das gemeinsame Ankommen eine große Ressource für eine gute Beziehung zwischen Pferd & Mensch werden. Denn aus dieser Erinnerung wie gut das gelaufen ist, wie gut wir zusammen ankommen, wird dann vielleicht ein – ganz egal wo, Hauptsache zusammen – :).

In diesem Sinne freue ich mich sehr aufs nächste Mal! 

Am 07.12.21 / um 20 Uhr 

Thema: Im Moment sein mit dem Pferd – was macht einen guten Moment aus? 

Ich freue mich über Geschichten von euch von ganz besonderen Momenten und die Reflexion darüber wie wir solche Momente öfter spüren können.

Online Reitertreff Nr. 2 / 2021 // 16.02.2021

Hallo ihr Lieben.

Hier die Zusammenfassung des letzten Treffens:

  1. Thema Resilienz

Reit-/ Pferdeerlebnisse, die eure Resilienz auf die Probe gestellt haben. Wie seit ihr wieder in einen guten / den vorherigen Zustand / Vertrauen gekommen? 

Erfahrungsaustausch.

Input Nadine: „Riding Meditation“ 

Die Möglichkeit eines erweiterten „passenger games“. Aus dem passiven oben drauf sitzen, einen aktiven, entspannten „Kopf – frei“ reist oder Spaziergang machen. Konzentrier dich auf deinen Atem, auf das, was gerade bei dir los ist und lass es durch die Bewegung aus dir heraus fliessen, bis du leicht und leer bist, 

2. Thema Ressourcen

Welche Ressourcen zapfe ich an, um gut mit mir und meinem Pferd zu sein?

Welche Ressourcen sind noch zu ent – decken?

Welche Ressourcen benötigt mein Pferd?

Erfahrungsaustausch.

Buchtipps von Marc und Tina:

Ein paar Video – Tipps von mir zu diesem Thema:

Gillian Higgins und Pferde gesund bewegen

Wunschthemen für den März: 

  • Fütterung
  • Trainingsansätze 
  • Video – Austausch
  • Zirkuslektionen

Was wir konkret besprechen, entscheidet die Runde. Wem also ein Thema besonders am Herzen liegt, kann gerne was dazu vorbereiten und wir steigen dann direkt damit ein.

FEEDBACK

Ich würde gerne euer Feedback zu unserer Reitertreff – Runde haben. 

Die Idee dazu entstand aus einigen Mediations- Runden, die ich zu Beginn 2020 / Pandemie Start hatte. Ich dachte dann, das wäre doch auch im Kreis von Pferdemenschen eine tolle Möglichkeit zum Austausch. Das denke ich immer noch. Doch ist es auch ein Balanceakt, denn diese Runde ist absolut frei, also kostenfrei und ohne Anmeldung, also jedesmal in etwas anderer Zusammenstellung. Das ist eine Herausforderung für alle beteiligten. Gerade deshalb ist mir euer Feedback wichtig, um zu schauen, wo die Reise hingeht, was vielleicht angepasst werden kann/soll und was wir erhalten wollen. 

Dazu ein paar anregende Fragen:

Was gefällt euch gut? Was erwartet ihr für die Zukunft? Welche Situationen / Themen sind eher schwierig für euch? Dieses Feedback hilft mir, die Runden vor – und nachzubereiten. Ihr könnt dies gerne direkt per eMail an mich senden.

Ich freue mich auf den nächsten Termin im März!

Online Reitertreff Nr. 3 / 2020 // 22.05.20, 20h

Hallo ihr Lieben.

Es war mal wieder wunderbar euch zu sehen und zu hören.

Unsere Themen in lockerer Runde waren diesmal:

– Stallwechsel, manchmal der sinnvollste Weg zur besseren Gesundheit

– Lustige Geschichten übers Handpferdereiten 

– Mimik der Pferde, Link zu einer interessanten Doku finde ich noch bis zum nächsten mal :). Solange gibts nur Lesestoff.

Lesetipp:

– Rückwärtsrichten – mit viel Zeit (für den Takt) und Gefühl (für die Losgelassenheit) zur Balance vom Pferd ausgehend

Lesetipp:

– Reiten mit Hilfsmittel im Pferdemaul, ab wann und wie sinnvoll? Nadine sagt: ja, ausprobieren im angeleiteten, sicheren Rahmen, oft ein feiner und schneller Weg zu einer verbesserten Kommunikation (Körper und Geist im Einklang durch gutes Training).

Lesetipp: 

https://dressur-studien.de/shop/einzel-und-sonderhefte-der-dressur-studien/gebisslos_gluecklich/–

Ideen für nächstes mal:

– Fütterung, was füttert ihr, was sind eure Erfahrungen? 

– Zeigt her eure Pferde! Über die Freigabefunktion für euren Bildschirm könnt ihr nächstes mal Fotos und Videos mit allen teilen :).

Online Reitertreff Nr. 4 / 2020 // 24.06.20, 21h

Hi,

eine schöne und informative Runde gestern, 

Hier die Sammlung an Internet Adressen und der Link fürs nächste mal.

Heldenreise mit Pferden:

Online Distanzritte:

https://vilmabloggt.wordpress.com

Futter:

Mineralfuttertabelle:

https://klick.antoinettehitzinger.com/info/x2iizzfd5fz15g0n8z1zz3z3

Podcast zur Fütterung:

https://kernkompetenz-pferd.de

Lufa Nord West, Untersuchung von Futtermitteln für Pferde:

https://www.lufa-nord-west.de/index.cfm/article/2006.html

Und noch was zum Thema „leichte Schulter“:

Fürs nächste mal gibts ein bisschen Futterlehre mit Marc und Pferdefotos von Tine und Smilla.

Ich freue mich auf euch