#7 / 2021
7.12.2021 / 20h
Ihr Lieben,
schön war es wieder mit Euch.
Hier meine kleine Zusammenfassung:
Thema: Im Moment sein mit dem Pferd – was macht einen guten Moment aus?
Zunächst eine kleine Einführung zum Thema Werte und warum es in der Pferdezeit ein echter Gewinn sein kann, die eigenen Werte in Beziehungen zu kennen.
Im Kontakt mit uns selbst und im Bezug zu anderen Menschen/Tieren/Pflanzen/der Welt an sich, beziehen wir uns auch auf unsere inneren Werte. Wir gleichen in Situationen unbewusst das Geschehene mit unserem inneren Wertesystem ab.
Dabei streben wir genauso unbewusst danach unserer Werte zu erreichen.
Haben wir einen inneren Wert im Kontakt mit z.B. dem Pferd erreicht, dann fühlen wir Motivation.
Wir freuen uns, sind motiviert und wollen weiter im Kontakt bleiben.
Insgesamt fühlt sich das ganze dann sehr angenehm an.
Umgekehrt werden wir wütend, wenn Werte verletzt werden, wir diese im Kontakt nicht erreicht sehen.
Wut ist die Hüterin der Werte (vgl. Sebastian Mauritz/Resilienztraining). Sie verteidigt mit ihrem flammenden Schwert unsere wertvollsten Wertvorstellungen.
Aus den Werten formen sich in der Praxis Ziele.
Im Umgang mit dem Pferd heisst es oft:
„Ich möchte mehr Vertrauen!“
Oder „mehr Respekt“, „mehr Gelassenheit“, „Aufmerksamkeit“ usw. Die Liste ist seehehr lang.
Diese Wünsche sind Zielvorstellungen, also ich möchte über eine Übung zu dem Wert kommen. Dafür gibts dann ja das Gelassenheitstraining.
Doch so einfach ist das nicht, denn oft sind wir uns unserer Werte, die quasi hinter den gewählten Übungen stecken, gar nicht bewusst. Klappt die Übung nicht, werden wir sauer und wissen oft nicht genau warum überhaupt.
Wir geben dann entweder uns oder unserer Umwelt die Schuld.
Sind wir allerdings in der Lage dazu diesen Zustand zu reflektieren, also kennen wir unsere Werte, vielleicht sogar Übungsbezogen, dann geht es ganz plötzlich nicht mehr um Schuld, Fehler oder schlechtes Gewissen.
Dann sind wir im Kontakt mit unseren Werten, also mit uns selbst.
Dann können wir ausgehend von den Werten unsere Ziele klar vor uns sehen. Dadurch gewinnt die Beziehung zum Pferd, die Übungen erreichen eine besondere Qualität.
So, wie komme ich jetzt dahin?
Werteaufstellung:
Zusatzfragen, die ein inneres Bild dazu anregen:
„Wann leuchten deine Augen, wenn du mit deinem / einem Pferd bist?“
Situation imaginieren und dann die Frage:
„Warum ist dir das wichtig?“
Und
„Wofür ist das gut?“
Diese Fragen solange wiederholen, bis eine Sammlung von Werten entsteht.
Zur Inspiration siehe die Wertesammlung im Anhang. 4 – 5 sind zu Beginn vollkommen ausreichend.
Werte, die wir in der Runde benannt haben:
- Vertrauen
- Respekt
- Harmonie
- Verantwortung
- Kontrolle / Sicherheit
- Hingabe
- Eigenverantwortlichkeit
- Synchronisation
Dabei entstand eine wertvolle Diskussion über den Rahmen, also wann ist frau überhaupt in der Lage, die guten Momente mit dem Pferd zu erleben?
Die Frage nach dem „was fehlt?“ tauchte auf.
In einer Fortbildung vor einigen Wochen wurde ich an die Grundbedürfnisse des Menschen aus bindungstheoretischer Sicht erinnert.
Zuwendung
Struktur
Stimulation
Diese Bedürfnisse gilt es u.U. abzuchecken, falls die guten Momente auf sich warten lassen.
(Zur Erinnerung die Grundbedürfnisse des Pferdes nach Parelli Natural Horsemanship:
Sicherheit (Herde)
Komfort (hier ist es gut)
Futter/Wasser (steht bei manchen Shetties eher weiter oben ;))
Soziale Kontakte (Freunde))
Wir kamen dann zu der Erkenntnis, dass wir vor allem gut für uns selbst sorgen müssen, um gut mit dem Pferd sein zu können.
Hach, das klingt immer alles so logisch & einfach….
Ich glaub ich mach mir noch einen Kaffee, bevor ich weiter eMails bearbeite .
In diesem Sinne wünsche ich Euch eine ganz zauberhafte, entspannte und angenehme Winterzeit, alle Festlichkeiten & Familientreffen eingeschlossen ;).
Seid liebevoll mit Euch.
Der nächste Termin im neuen Jahr:
Dienstag 18.01.21 um 20:00 Uhr
Thema:
Der Kontakt & die Beziehung zum Pferd, was gibt mir das?
Geschichten & Hintergründe zur Pferd/Mensch (Frau :)) Beziehung.