persönlicher blog von Nadine

Themen, die mich zum Schreiben bewegen

Jahresende 2023

Abschied und Annahme

Ende des Jahres, Winterzeit und die Einkehr ins Innere. 

Eine besondere Zeit, die ich mehr denn je für mich entdecke.

Zwei Themen, die mich dieses Jahr mit Pferd, mit Mensch begleitet haben sind Abschied und Annahme. 

In der Selbsterfahrung mache ich für mich, die Menschen, die mit mir arbeiten und die Pferde, die uns so viel geben, wieder und wieder die Erfahrung, wie individuell die Wahrnehmungen, die Erkenntnisse und die Hürden sind, die wir allesamt erleben, wenn wir einen Blick auf uns, aufs Innere werfen. 

Und doch entdecke ich neben dieser individuellen Spur immer wieder, wie einen roten Faden, etwas, was sich im Gefühl verborgen, uns alle durchzieht und verbindet. 

Es hat viele Namen und Beschreibungen und doch kommt es am Ende bei uns allen an.

Zwei Begleiterinnen in diesem Prozess der Selbsterkenntnis, sind für mich in diesem Jahr der Abschied und die Annahme gewesen. 

Abschied von inneren Anteilen, die da in der Integration sind, sich auflösen, sich loslassen. 

Abschied von inneren Glaubenssätzen, Wahrheiten, Bildern und Denk- und Handlungsmustern, die sich allesamt als altertümliche Botschaften aus einer anderen Zeit entpuppen.

Abschied auch von der Vorstellung einer Welt, die sich logisch erklärbar anfühlt. 

Annahme von dem was gerade ist. 

Die Einsicht, dass jedes Leben seiner eigenen Spur folgt und nur in geringem Maße Abweichungen davon vorgesehen sind. Dass diese Abweichungen meist hart erkämpft werden und nur selten zu einer Entwicklung führen. Oft bleibt Mensch in seinen eigenen Verschlingungen und Windungen stecken.

So ist es.

Annahme, dass Menschlichkeit sich im ganzen kleinen, inneren Funken entwickelt, dem Funken von Selbsterkenntnis, von Eigenverantwortung und Offenheit darüber, was nicht verstanden wurde. 

Die Wahrheit liegt eben in den Widerständen begraben und die sind nur selten klar an der Oberfläche erkennbar.

Sind sie entdeckt, dann kommt die Einsicht, dass es nichts mehr zu kämpfen gibt, sondern nur noch zu sein. 

Blicke ich auf ein Pferd, dann fühle ich das.

Dann erscheint die Welt doch vollkommen und logisch:

Es gibt gerade nichts zu tun, außer gemeinsam zu sein.

EQUITANA 2023

Dieses Resümee meiner persönlichen Erfahrungen als Mitwirkende am Standpunkt.Pferd der Equitana 2023 wird etwas länger. Wer mit auf die Reise will, der kann es sich jetzt gemütlich machen. Wer dafür keine Zeit erübrigen will, darf sich gerne was erzählen lassen, von denen, die gern lesen :).

Diese Zeilen beginnen auf der Rückfahrt, noch getragen von der Atmosphäre am Standpunkt.Pferd, will ich meine Eindrücke bewahren. 

Also beginne ich beim Abschluss, denn dieser war ein ganz besonderer für mich.

Die letzte mir bekannte Person, die ich auf dem Weg zum Auto traf, war Linda Tellington – Jones mit einer ihrer zauberhaften Mitarbeiterinnen. Im Gang der Futterhalle, voll mit Versprechungen für die wundersame Heilung allerlei Gebrechen beim Pferd, da kam sie mir entgegen. Die, die mit ihren Händen so viel schon geheilt und gutes vollbracht hat. Es war ein kurzer, herzlicher Abschied und  er war perfekt, denn bislang endete jeder Messetag mit einem Tellington – Touch am Standpunkt.Pferd, so auch dieses mal im Rahmen einer Umarmung und persönlicher Worte.

Dieser persönliche Kontakt, diese direkte Bezugnahme auf das Gegenüber, die symbolisch in diesem Abschied mitschwingt, das war für mich die Essenz dessen, was Standpunkt.Pferd so besonders wichtig macht.

Es scheint paradox: doch um den Standpunkt des Pferdes voll vertreten zu können, müssen wir erst bei uns ankommen. Miteinander müssen wir sprechen, uns austauschen, verhandeln und schließlich zum Punkt kommen. Zum Standpunkt.Pferd.

Wir, die geplant und gesprochen, bedient und bewacht, agiert und gebetet haben, haben alles gegeben, um dieses persönliche Miteinander zu ermöglichen. Wir haben dem Standpunkt.Pferd einen echten Raum gegeben und dieser wurde angenommen und daraus ist ein Miteinander entstanden. 

Ob am Tisch, auf der Bühne oder im Showring – es wurde deutlich, wie sehr es die Menschen begeistert, wenn sie einen Zusammenhang erkennen, wenn sie einen Sinn sehen und merken, dass es sich gut anfühlt dabei zu sein. Denn das ist ein so großer Anteil unserer Natur: wir brauchen den Zusammenhang in unserem Inneren, wir suchen ihn ständig im Außen. Und ist er gefunden, dann halten wir darüber hinaus zusammen. Dann können wir uns einer Sache dienlich machen und können für gemeinsame Ziele stehen. So entsteht aus dem Zusammenhang, der jede individuell für sich findet, ein Zusammenhalt, der uns miteinander verbindet.

In jeder Gesprächsrunde, ob nun kontrovers oder im Einklang diskutiert, es war am Ende klar und deutlich: der Zusammenhang besteht aus einem handeln pro Pferd. Auch im Spannungsfeld der Wirtschaftlichkeit, auch indem mit dem Pferd Geld verdient wird. 

Der Zusammenhalt entsteht über den Austausch wie das gut gelingen kann. 

Wie kann ein Fundament sichtbar werden, dass den Wandel der Zeiten im Pferdesport zugleich widerspiegelt und auch sichert. Denn dieser Wandel ist im Gange. Auch das wurde mir klar und deutlich. 

Der Wandel ist menschlich, denn wir verursachen ihn. Indem wir Pferde züchten, indem wir das Pferd zugänglich gemacht haben für so viele Menschen. Das Pferd wird zum Beziehungspartner, wird zum Bezugstier, zum Unterstützer unserer Persönlichkeit. Das Pferd begleitet so viele Menschen in ihrer Freizeit, als Ausgleich, als Ausweg aus der für so viele überfordernden Alltags – Umwelt. 

Genau hier braucht es den Unterbau, das Fundament, denn mit dem reinen Sportgedanken hat das in den meisten Fällen nichts mehr zu tun. Sicherlich bleibt der Sport ein Anteil – das ist unumgänglich, denn hier interagieren zwei Körper miteinander und erbringen vielerorts hohe Leistung, doch eben nur ein Anteil. 

Es braucht einen aktualisierten Bezugspunkt in der modernen Pferdewelt. Einen gemeinsamen Nenner, ein Stichwort, unter dem die Expert:innen und Trainer:innen zusammenkommen können, die den Wandel spüren und die die Pferdebesitzer:innen darin begleiten und unterstützen wollen. 

Diesen Bezugspunkt haben wir mit Standpunkt.Pferd eingefordert. 

Wir fordern Austausch. Miteinander. Und wir wurden gehört, aufgesucht und ausgebucht :).

Zum Schluss: dieser Austausch war und wird begleitet werden von großer Anstrengung, von Konflikten, von Energie, die von den einen mehr und von den anderen weniger investiert wird. Es geht hier darum diesen Austausch am Laufen zu halten. 

Es geht darum im Austausch alle Fragen zu verhandeln, alles miteinander und direkt zu leben. 

So entstehen im Wandel langsam, mit Geduld und eines fremden Tages, die Antworten, in die wir allmählich schon, ohne es zu merken, hineingelebt haben. 

Standpunkt.Pferd bietet hierfür einen tatsächlichen Ort für eine ungestörte Entwicklung.

Jede Trainingseinheit wird von mir schriftlich dokumentiert. 
Folgend habe ich einige Auszüge aus diesen Protokollen anonymisiert und für euch hier bereitgestellt.

Traber – Mix, Einschätzung erwünscht, einmalige Session, Fokus Pferdekörper.

Bestandsaufnahme:

  • Gangbild: hi li Fehlstellung Becken/Hüft/Sitzbeinmuskulatur betroffen, Gelenke in Winkelung angepasst, bis runter völlige Fehlbelastung, nicht ganz trocken in der Fessel. Läuft deutlich vorbei am Schwerpunkt, Sitzbein/Becken/Hüfte Muskulatur verkürzt/eingeschränkt. Steht hinten raus, kompensierte Muskulatur untere Verspannung („Hosenbeine“) und Genick. Gesamte Stabilisatoren weg (Arthrophie). Trageerschöpfung sichtbar.
  • Durch die Dysbalance hi li muss vo li vermehrt Tragen, da keine tragende Muskulatur vorhanden, tragen die Gelenke (Schulter) bereits deutlich abgesenkt, Brustbein raus. Außerdem kompensiert Lende, beginnender Karpfen, auch durch Veranlagung.
  • Im Gesamteindruck führt die (genetische) physikalische Veranlagung + der Exterieurfehler (Winkelung der großen Gelenke / Verhältnis der Länge/Achse) + die (genetische) psychische Veranlagung (Vollblut – Anteil will rennen, über Beine möglichst schnell bewegen Stress kompensieren) + unnatürliche Belastung/Einwirkung durch den Menschen, zu einem Pferd, was seinen Körper irgendwie mitschleppt (was wir und sie alle tun) dieses Mitschleppen führt zu Verschleiß und zwar zu einem durch die geschilderten Punkte „auffälligen“ Verschleiß (Alter und Intensität der Belastung müssten eigentlich ok sein, bzw. dürften zu keiner solchen Schwierigkeit im Takt führen). 
  • Der Verschleiß zeigt sich erst im Takt, dann in der Losgelassenheit und letztlich an der nicht vorhanden Anlehnung = im „horsemanshippisch“ Gesprochen: er findet keinen komfortablen Rhythmus in der vom Menschen (unnatürlichen) Bewegung, dieser fehlende Rhythmus (Takt) führt zu einer angespannten Haltung (Losgelassenheit) (wie beim Menschen, der rumhumpelt), das führt dazu, dass er sich nicht an den Bewegungsimpuls des Menschen anlehnt (physisch im Rahmen des Loslassen, psychisch im Rahmen von Vertrauen). Alles überlastet er permanent. Das Nervensystem versucht diesen Stress unterschiedlich zu kompensieren, er zeigt eine deutliche Parasympathikus – Aktivität – der ist für Regeneration etc. zuständig und versucht das alles auszugleichen (deshalb ist er so schläfrig oder „ruhig“ – das kann aber plötzlich umschlagen, wenn die Überlastung zu groß wird, dann peitscht der Sympathikus rein und stellt alles auf Panik).

Empfehlung:

  • Arbeit an der Hand, im Schritt, auf gerader Linie = Übungen wie das Schaukeln, die Belastung der 4 Hufe auf dem Boden anfragen, bis er eine Selbsthaltung einnimmt, die zunächst das Genick (Kopfgelenk und Hinterhauptsbein, verbunden mit Kiefergelenk) und dadurch die gesamte Kette bis zum ISG (Kreuzdarmbein / Lumbosakralgelenk) löst. Erst dadurch ist eine Belastung der HH möglich, dadurch eine Entlastung der Vorhand, was das Zwerchfell wiederum entlastet, was sich dann auf seinen eigentlichen Job – die Atmung – konzentrieren kann und nicht mehr die gesamte Schulter inkl. Brustbein hält. Wenn die Atmung ihren Job macht, kann auch erst der metabolische (Muskel kurz gesagt) Stoffwechsel seinen Job machen = Muskeln wachsen! 
  • Unterstützung der oben aufgeführten Kette durch: Manuelle und osteopathische Behandlung (Niere, Leber, Darm/Blase haben auch noch was zu sagen), Faszienarbeit (besonders im Genick Atlas/ bis 2. HW). UND Fütterung: Weidenrinde (einfach vom Baum Weidenzweige mit anbieten), Brennnessel (vom Feld absäbeln, gut trockenen mit anbieten), Vit E / Magnesium Komplex (füllt auch Selen auf – KEIN EXTRA Selen füttern, das müsste sich durch das Vit E regulieren – falls nicht, Blutbild und Selen nur nach tierärztlicher Empfehlung füttern).
  • BEISPIEL – also natürlich gibts da noch tausend andere Möglichkeiten: Equitop Myoplast in Kombi mit Agrobs Kraftpaket – aber NUR bei Belastung! Nach Fütterungsempfehlung und als Kur, bis das Equitop leer ist, dann Kraftpaket + hochwertiges Mineralfutter.
  • Alternatives Beispiel (für die Kräuterfraktion):  Speed Beets (Lexa) + Luzerne Faser pur (Lexa) und dazu Per Naturam Orgamin + Equibasal. 

Möglicher Trainingsplan:

4 Wochen:

  1. Woche: 4x in der Woche: Handarbeit im Schritt 20 Min. – viele Übergänge Halten, Rückwärts, antreten – und zwar mit Zeit und einem deutlichen Bewegungsimpuls, alles auf gerader Linie. 2x pro Woche 20 Min durch Dualgassen im Schritt, 1x pro Woche als Handpferd 40 Min. mit Trab (LANGSAM!!!).
  2. Woche: 4x: Handarbeit wie in Woche 1 + 5 Minuten Übergänge Trab – WENN er in die beschriebene Selbsthaltung findet. 2x pro Woche Dualgassen 20 Min + 5 Minuten Trab. 1x Pro Woche Handpferd, weiterhin nur langsamer Trab.
  3. Woche: 4x Handarbeit mit 15 Min Schritt, 15 Minuten Übergänge Trab LANGSAM! Schon mal aus der Rückwärts Trab anfragen. 2x Dualgassen mit 1 Taktstange und 10 Min Schritt, 10 Minuten Schritt Trab.

Wenn sich Verbesserung des Taktes / Taktreinheit einstellt:

4. Woche: 2 x Handpferd mit bis zu 15 Min Trab, 2x Handarbeit mit 10 Min Schritt 15 Min Schritt /Trab. Am besten 4 Tage am Stück, dann  mindestens 3 Tage im Schritt spazieren gehen, Pause / Koppel. 

Wenn er Muskulatur zeigt, sich in den 3 Tagen sichtlich erholt, der Takt weiterhin verbessert ist = in Woche 5 -6 Galopparbeit beginnen, Pause und in Woche 8 Reiten…

Was kann ich dadurch lernen (unter anderem)?

  • Gefühl für meinen Raum entwickeln (Raum klären + halten) durch die Arbeit an der Hand.
  • Das Pferd nicht nur psychisch, sondern auch physisch zu führen.
  • Dadurch ein Gefühl für den Körper des Pferdes entwickeln, das wird auch das Gefühl für deinen Körper verfeinern, besonders im Hinblick aufs Reiten.
  • Reitpferde – Reha (ist immer praktisch, wenn Besitzer:in mal Trainer:in werden willst).

Disclaimer:

Nicht auszuschließen sind folgende Erkrankungen: 

Arthrose (Genick, HWS, BWS, Schulter). Chronische / pathologische Veränderungen im ISG, Spat, Chip/ Arthrose Fessel. Bzw. Krongelenk, PSSM (wenn durch Getreidefütterung eine deutliche Verschlechterung eintritt, wäre ein Test sinnvoll – ca. 150-200€), andere den Muskelstoffwechel betreffende Erkrankungen wie EMS (so sieht er zwar nicht aus, aber…).

Für eine fundierte Diagnose ist tierärztlicher Rat, Blutbild, weitere bildgebende Verfahren, Physio/Osteo/ Zahnbehandlung empfehlenswert.

Dieser Bericht ist nur eine Kurzaufnahme innerhalb einer ersten Betrachtung des Pferdes, hebt keinen Anspruch auf Richtig- oder Vollständigkeit. Es handelt sich hierbei lediglich um Vermutungen aus Erfahrungen.

Protokoll Verladetraining Jungpferd, 3. Session.

Übungen:

  • Verbesserung der Rückwärts – Bewegung: hierfür erst das Genick nachgeben lassen, dann langsam! Rückwärts treten lassen, bis er rhythmisch / diagonal die Beine regelmäßig bewegt. 1 – 2 Schritte, dann langsam Schrittzahl erhöhen. Dann in Kombi mit Stellung des Kopfes im Slalom gehen lassen. So wird die HH beweglicher und das Rückwärts / Balance auf der HH verbessert.
  • Wdh im Roundpen mit Besitzerin: Rückwärts treten lassen, „Send“ – linke und rechte Hand im Schritt losschicken, mit Handwechsel.
  • Als nächstes habe ich die Nachgiebigkeit am Halfter (Genick) im Kombi mit der HH verbessert: aus der Bewegung das Seil aufnehmen, und gleichzeitig eine treibende Hilfe geben. Hier muss er lernen dem Gefühl am Seil in meine Richtung zu folgen und die Hinterbeine in Bewegung zu lassen.
  • Pferd tendiert hier auch zur Klemmigkeit, kann das geforderte nach einigen wdh. Jedoch gut umsetzen.
  • Am Hänger: Problemloses und freiwilliges einsteigen. 
  • Wird er durch Außenreize abgelenkt, schaltet er kurz weg, geht aus dem Kontakt. Hier hilft Kopf absenken und abkauen lassen, Aufmerksamkeit Richtung Hänger lassen, allerdings abwarten, bis die Situation ruhiger ist, dann weiter machen.
  • Auf dem Hänger kann ich ihn gut Rückwärts manövrieren, allerdings macht ihm die Balance zu Beginn noch zu schaffen. Wird dann aber zunehmend stabiler.
  • Auch mit der Stange keine Probleme = WICHTIG! Die treibende Hilfe gut konditionieren, damit das auch weiterhin so klappt. Wenn er weiß, dass er unbedingt vorwärts muss, wenn von hinten ein klares Signal kommt, wird die Stange auch kein Problem sein. Die Idee Rückwärts wieder raus zu wollen, sollte sofort mit einer treibenden Hilfe unterbrochen werden, wenn die Stange hinten dran ist. Hier sollte Besitzerin immer einen Verstärker griffbereit haben (stick, Gerte..). 

Ausblick:

  • Damit Besitzerin ihr Ziel erreicht, muss sie an der Basis der Beziehung und den Grundsätzen des Trainings arbeiten: Pferd muss lernen, sich in schwierigen Situationen auf Besitzerin zu beziehen (Beziehung). Hierfür muss Besitzerin lernen, ihn zu lesen und ihm die Zeit zu lassen, die er braucht, um sich ihr zuzuwenden. Pferd muss außerdem verstehen, dass bestimmte Formen des Drucks Hilfen sind und zwar eine Bewegungshilfen (Training). 
  • Stimmt die Beziehungsbasis und sind die Grundsätze im Training etabliert, wird das Verladen kein Problem mehr sein – solange der Mensch dies berücksichtigt. 
  • Bis Pferd das generalisiert und „von selbst“ auf den Hänger geht, wird es dauern.
  • Gründe dafür sind das bereits erlernte Verhalten des Abwendends vom Menschen und damit das gegen den Druck gehen.
  • Hier braucht es Zeit für Korrektur, bis Pferd das von Besitzerin erwünschte Zielbild von selbst zeigt.
  • Insgesamt hat Pferd sehr schnell die neuen Angebote / Verhaltensweisen angenommen und enorm schnell gelernt. 
  • Er zeigt mit dem Menschen große Gelassenheit und wirkt zufrieden, wenn er klare Signale bekommt.
  • Schwierig wird es für ihn, wenn er die Kontrolle über seinen Körper / Balance verliert. Hier reagiert er impulsiv und verärgert, will dann eher weg.
  • Besitzerin sollte mit großer Ruhe und Zeit die Bewegungsmuster stärken, die er am Hänger braucht: Nachgiebigkeit im Genick, Rückwärtsgehen, Hinterhand nach vorne aktivieren, Schulterkontrolle.
  • Sind die neuen Muster dann unbewusst abrufbar, kann auch alleine verladen werden.
  • Das braucht einige Wiederholungen, auch beim Menschen wird von bis zu 10.000 Wiederholungen der zu erlernenden Bewegung ausgegangen, bis diese unbewusst wird (Blinker setzen beim Auto..).
  • Bis dahin sollte zur Sicherheit eine 2. Person anwesend sein – auch zum Abladen, um ihn seitlich zu stützen.
  • Es gilt hier auch, dass die Wdh. des Verladens und Fahrens seine Kompetenz aufbaut, auch Hängerfahren ist Training.
  • Hinweis: niemals am Knotenhalfter anbinden! Immer ein Stallhalfter drüber ziehen und dieses mit einem geeigneten Panikhaken, Strick im Hänger verbinden. 
  • Verladen Besitzerin / Pferd: Besitzerin muss bewusster darauf achten, was sie Pferd gerade kommuniziert: eine Pause bedeutet, dass auch vom Pferd eigene Vorschläge kommen können. Innerhalb einer Übung, darf er das auch, jedoch folgt hier direkt ggf. ein Korrekturansatz. In der Pause muss erst geklärt werden, welches Verhalten OK und welches unerwünscht ist. So weit sind die beiden allerdings noch nicht. Pferd könnte lernen in der Pause zu stehen und zu warten, bspw. Mit abgesenktem Kopf. Da er das noch nicht gelernt hat, sondern ein Jungpferd in den Anfängen der Grunderziehung ist, ist ihm auch nicht klar, dass er in der Pause warten muss. Daher ist es wichtig, dass Besitzerin Ideen zulässt, solange das Pausenthema noch nicht konditioniert ist. Sie kann dann eine Übung beginnen und zwar in Ruhe, wie immer mit Phasen der Verständigung. Also erst Körpersprache, dann Hilfsmittel und Druck.
  • Ebenso muss Besitzerin lernen kohärent zu bleiben: ihre inneren Zusammenhänge müssen zu ihrer Handlung im Außen passen. Die inneren Zusammenhänge spiegeln sich in unserer Körpersprache: möchte ich eine entspannte Haltung einnehmen, um meinem Pferd Entspannung zu signalisieren, muss ich unbedingt diese Entspannung auch im inneren ECHT empfinden. Ich kann meinem Körper nichts vormachen, bin ich umentspannt, dann zeigt sich das, dann wirke ich auch umentspannt, auch wenn ich behaupte es nicht zu sein. Pferde sind hier äußert sensibel, hieran scheitert oft das Grundvertrauen in den Menschen. Wir sind leider meist im Gegenteil geübt. Also es geht uns nicht gut und auf Nachfrage sagen wir trotzdem: „alles gut“. Hier kann Besitzerin lernen mehr bei sich zu bleiben, für sich zu sorgen, bis sie auch die Entspannung fühlen kann.
  • Pferde Resonanz auf fehlende Kohärenz ist eindeutig: es ist ihm unangenehm und er versucht den Raum zu klären, selbst die Führung zu übernehmen. Dabei endet er fast vor der Trennwand am Hänger: er ist eindeutig damit überfordert. Im Zusammenspiel mit mir, kann ich ihm die fehlende Kohärenz bieten, den Raum klären und übernehmen und so einen sicheren Rahmen für das Verladen schaffen. Sobald er das realisiert, macht er super mit. Zeigt etwas Schüchternheit in Richtung Hänger, geht dann aber mutig drauf.
  • Ist das geschafft darf im Hänger Futter kommen. Aber erst, wenn das Einsteigen zwischen Besitzerin und Pferd ohne Futter geklärt ist. Details siehe Video.

Ausblick aus einem intensiv Coaching

  • Pferderhythmus finden und die Pferdezeit strukturieren.
  • Kleinschrittiger Arbeiten, mehr Zeit / Raum für den Prozess lassen.
  • Schrittarbeit aus dem Sattel bewusst als Trainingszeit einplanen.
  • Mit Pferd in weiterer Zukunft auch an die Arbeit an der Hand gehen, Gymnastik und Balance verbessern. Zuerst aber kleinschnittig und ganz viel im Schritt reiten.
  • Dafrür einen machbaren Rahmen schaffen: visuelle Hilfen auf dem Platz, wenig Fressgelegenheit, Verabredung mit einer weiteren Person.
  • In Perspektive Trainer/in / Person finden, die diesen Rahmen zu Beginn verbindlich einfordert.
  • Ein Ortswechsels hilft, um den Kopf frei zu bekommen, Abstand zu gewinnen und sich auf zu Hause zu freuen.
  • Thema Pferd 2 erstmal meiden. Pferd 2 hat Struktur gefordert = anstrengend und mit Widerstand besetzt.
  • Pferd 1 = braucht Struktur – also als Hilfeleistung im Gegensatz zum Einfordern bei Pferd 2 – hier ist Mensch nachgiebiger und gewillt diese Struktur auch für sich selbst zu geben.
  • Mensch möchte bei sich ankommen, Wertschätzung für die eigene Zeit wieder spüren.
  • Energie freisetzen und Ehrgeiz entwickeln, um mit Pferd 1 voran zu kommen.
  • Hier ist es wichtig behutsam mit sich zu bleiben!! Ziel: positives Körperfeedback = das ist auch für das Pferd spürbar!
  • Es kommt wann es kommen muss.

Auszüge aus Trainingseinheiten, Fokus Beziehung / Coaching.

  • Galopp ist Thema zwischen Pferd und Mensch. 
  • Zu klären ist, wie sich die längere Boxenzeit ggf. auf seine Energie – Regulation in Beziehung zum Menschen auswirkt.
  • Am Putzplatz ist eine vermehrte Stressreaktion im Genick sichtbar.
  • An Halfter und Seil ist Mensch Kohärenz in der Führung / Begleitung und Anleitung von Pferd immer wieder nicht eindeutig sicht- und spürbar: es bleibt eine erhöhte Anspannung bei Mensch, wenn sie in die Führung geht. Diese Anspannung passt nicht zu dem Ziel, dass Pferd entspannter wird. Führung bedeutet durch eigenes Verhalten einen sicheren Rahmen zu schaffen, dass ggf. gelernt, motiviert und am Ende zusammen gearbeitet werden kann. Ist die Führung allerdings angespannt, fehlervermeidend (diese gehören zum Lernprozess dazu und bedeuten Entwicklung) und eher „gefühlskalt“, verlangt aber gleichzeitig Entspannung + Leistung, passt das nicht zusammen. Kohärenz bezeichnet eine zusammenhängende, also stimmige Haltung. Diese entsteht nur, wenn die inneren Zusammenhänge zu dem äußeren Verhalten, also der Handlung auch passen.
  • Das Beschriebene ist Teil von Mensch Prozess und Kernthema in der Beziehung zu Pferd. Hier braucht Mensch immer wieder Feedback, Außenwahrnehmung und Reflexion und vor allem Zeit.
  • Auf der Ebene der Grunderziehung treffen sich Menschs Kernthemen mit Pferds Lücken in der Ausbildung und ihrem etablierten Beziehungsmuster: Mensch hat sich Zugang zu Pferd verschafft, indem sie ihm einen Teil der Führung überlassen hat. So haben sie einen Kompromiss gefunden Pferds Lücken und Menschs Thema der Kohärenz in der Führung, zu kompensieren. Das geht so lange gut, bis Mensch auch Pferds Führungsanteil übernimmt: das passiert immer dann, wenn sie Pferd in die Lernzone (Unbekanntes) schickt, also wenn sie die Anforderung hochschraubt oder in Situationen in denen aus der Umwelt Veränderung / Gefahr droht (aus Pferdeperspektive). Es ist ein schmaler Grad auf dem Mensch etwas von Pferd verlangen kann, ohne dass dieser in das bewährte Beziehungsmuster zurück will.
  • Je nach Tagesform / Umweltbedingungen geht das mehr oder weniger gut.
  • Der Galopp ist eine deutliche Lücke in Pferds Ausbildung und somit auch sofortige Lernzone.
  • In der Zusammenarbeit mit mir, zeigt er großes Potential, trotz der nahen Grenze zur Angst, mitmachen zu wollen.
  • Deutlich wird in dieser Einheit, dass Pferds Körpermarker ungewöhnlich hoch sind. Bedeutet, er hat körperliche Problemzonen, die in schneller in die Angst schicken, als gewöhnlich. Besonders im Genick. Hier passt die Situation mit Strick auf der Koppel gelaufen zu sein, ein paar mal drauf treten reicht, um Blockaden entstehen zu lassen. Diese spielen besonders dann eine Rolle, wenn eben eine Lücke in Basis der Übung besteht. Wie bei Abe eben im Galopp.
  • Eine Osteo o.ä. Behandlung ist empfehlenswert, denn auch die HH zeigt deutliche Symptomatik (Schweif etc.). 
  • Der Boden lässt eine ruhige Galopparbeit nicht zu, da Pferd es in dem derzeitigen Zustand nicht schafft das Becken zu kippen und über die HH die Balance zu halten.
  • Die Kernthemen kann Mensch auch gut im Schritt und Trab für sich angehen = siehe Protokolle vom Coaching und Anfang. Alle dort aufgeführten Übungen können wiederholt und auch in der Freiarbeit lässt sich gut Reflektieren und sortieren. 
  • Die Grunderziehung und schließen der Lücken ist effektiv besonders dann möglich, wenn alle Gangarten machbar sind, also der Rahmen dies grundsätzlich zulässt. So kann ich mit Pferd seine Themen angehen und (vor-) sortieren, verhalten (um-) konditionieren. Hier zeigt Pferd wie schon geschrieben großes Potential und die Motivation mitzumachen. Das hat sich an dem ruhigen Angaloppieren nach der kurzen Körperarbeit gezeigt. 
  • Weitere Details siehe Videos.

  • Es geht wieder um Galopp. Im Fokus die Übergänge.
  • Mensch bemerkt nun, wenn sie sich sehr anspannt und versucht sich zu regulieren, jedoch kann sie dies nur schwer auf Pferd übertragen.
  • In der Arbeit mit Pferd wird deutlich, dass er bereits Verhaltensmuster gelernt hat, die eine reelle Entspannung verhindern / ausklammern. Besonders linke Hand wird deutlich, dass er sich kürzer macht, also eher noch mehr spannt, anstatt Spannung loszulassen und dadurch auch losgelassener laufen zu können.
  • Die Aufgabe ist, dass Mensch es schafft bei sich zu bleiben, sich zu regulieren und damit auch ihr Verhaltensmuster und erlerntes Verhalten der Anspannung zu verändern. Dabei ist sie gleichzeitig gefordert Pferds Muster zu erkennen, dieses in ein neues, erwünschtes Muster zu führen.
  • Für diese Führung des Pferdes in unbekanntes Verhalten ist ein Hochstatus, der fördernd, offen, begleitend und liebevoll als Beziehungsqualitäten zulässt, vom Menschen ausgehend sinnvoll.
  • Mensch füllt dieses Status über hohe Spannung und eine damit einhergehende Härte aus, auf die Pferd mit selbigem reagiert: auch er wird spannig und fest im Körper. Beide haben and er Stelle ein ähnliches Muster. So erklärt sich, warum Mensch nur „denkt“ und Pferd dann auch macht. Nur eben nicht das, was Mensch sich wünscht, sondern eben das, was sie über ihre Körpersprache auch vormacht.
  • In der Arbeit hilft Pferd die Anfrage von Genick, Hinterhand und Rückwärtsrichten, um sich zu regulieren und loszulassen.
  • Er schafft das mit liebevoller, lockerer Führung sehr gut.
  • Im Zusammenspiel mit Mensch ist ein „Tool“ hilfreich, was Andrea einsetzen kann und gleichzeitig ihren Körper, ihre Haltung bewusst steuern kann.

Verladetraining

Bestandsaufnahme:

  • Pferd Mimikresonanz in der Interaktion/ bei Druck: unsicher bis ängstlich (Unterlippe, Auge/Augenbereich, Stirn). Beim Einfrieren/Klemmen kein blinzeln mehr (Sympathikus Aktivität). Dann bei steigender Herausforderung – also der Anfrage nach Bewegung in Stresssituation = einfrieren der Mimik = Panik.
  • Visuelle Ersteinschätzung: im introvertierten Typ, Nervensystem Dysbalance (Parasympathikus/ Sympathikus)- kompensiert offensichtlich über Klemmigkeit.
  • Dadurch entstehen physiologische Herausfordeurungen, die die Bewegung an sich weniger bequem machen: Schultergürtel fest, Hinterhauptsbein/Atlas blockiert, Rückenlinie fest, Hinterhand fest, in natürlicher Schiefe, Becken/ISG/Lumbo blockiert, Becken Schiefstand, kompensiert über festhalten des Rückenstreckers, läuft über untere Verspannung = „Schenkelgänger“, Lastaufnahme instabil über den Huf —> die Last wird primär über die untere Verspannung „geschleppt“, Hufe belasten ungleichmäßig den Boden, das setzt sich nach oben fort. Kippt deutlich über Schulter rein, kompensiert über Genick/Hals und Bereich. 
  • Reaktion / Interaktion: räumlich betont, sortiert sich deutlich und positioniert dadurch den Menschen.
  • Soziale Interaktion: über Ohrenspiel / Mimik zeigt sie deutlich Unsicherheit / Verlassen der Komfortzone an. Versucht dann sofort über Rückzug ihren Raum und damit die Situation zu sichern.

Einschätzung:

  • Bei Überforderung des vegetativen Nervensystems / starkem Stress setzt des Sympathikus ein und individuelle/zuchtbedingte/erlernte (z.B. von der Mutterstute, Genetik) Verhaltensmuster setzen automatisch ein (das kann auch durch einen Unfall z.B. auf der Koppel im Fohlenalter passieren). Dadurch wird das Hirn / Organe entlastet und der Körper übernimmt und kann so mit voller Kraft das Leben retten (autonomes Nervensystem steuert das bei allen Säugetieren ähnlich). Diese Muster werden also auch bei Stress im Zusammenhang mit dem Menschen abgerufen.
  • Vereinfacht ausgedrückt: Genick = Oppositionsverhalten, Hinterhand = Fluchtverhalten. Dabei gibt es eine Präferenz je nach Charakter. Introvertiert = Opposition, Extrovertiert = Flucht. 
  • Werden diese Muster im Zusammenhang mit dem Menschen nicht angepasst wird, im Sinne von neu erlernt, z.B. in der Grundausbildung vor dem Reiten, festigen sich diese „Grundmuster“ und verschlimmern sich bei steigendem Stress = bei Pferd A erfolgte die Spitze der Steigerung am Hänger.
  • Also insgesamt wird das Pferd in stressigen Situationen immer weniger Resilient (Stresswiderstandsfähig), sondern eher sensibilisiert, es fängt also auch ggf. an schon präventiv, wenn es nur Richtung Hänger geht, sich an zu schützen – aber über die Grundmuster. Bis die stressige Übung, gar nicht oder nur eingeschränkt gut geht = in diesem Falle also das Verladen.
  • Im regulären Umgang mit dem Menschen beschränkt sich das Grundmuster – auch „Imprint“ auf die Klärung des Raumes. Bei Zoey wird das deutlich über das Genick / die Schulter.
  • Bei ansprechen des Imprints (Genick) reagiert sie deutlich (Gähnen, Schütteln).
  • Grundmuster = Schutz des autonomen Nervensystems des Körpers vor Schmerzen = ein bestimmtes Verhalten zeigt sich = wiederholt sich die Situation ohne neue Information / Rahmen / Lernen = wiederholt sich auch das Verhalten = wiederholt sich die Situation und wird „gefährlicher“ also verschlimmert, z.B. durch Gewalt/Zwang oder Hilflosigkeit = das Verhalten wird verstärkt und bekommt körperliche „Marker“, die in Kombi mit dem Verhalten als „Imprint“ bezeichnet werden können. Die Marker sind die Körperstellen, die besonders für den Schutz beansprucht werden, sich also über das gesunde Maß hinaus anspannen.
  • Um das Verhalten zu ändern, sind 3 Dinge zu beachten und in die Arbeit mit einzubeziehen = 1. Umwelt, 2. Körper, 3. Psyche / Geist. Diese 3 Bereiche werden im Ausblick weiter unten eingebettet.

Übungen:

  • Körperarbeit: Genick lösen, absenken, abkauen lassen. Osteo Behandlung!
  • Am Seil: Der „Send“ also das „Schicken“ in Verbindung mit der Klärung des Raumes: 
  • 1. Grundlage ist, dass einem selbst klar ist, welcher Raum mir „gehört“ und welcher dem Pferd „zugewiesen“ wird. Das ist in der Pferdeherde eine normale/tägliche Form der sozialen Interaktion: untereinander klären, wer wo hindarf und wo eben gerade nicht. Das wird meist über kleinste Signale (Mimik, Ohren, Schweif) ausgehandelt, Verletzung entstehen selten/werden in der Regel vermieden. Der Mensch ist oft unbewusst im Raum und mit dem eigenen Raum unterwegs – für uns spielt das evolutionär gesehen nicht mehr eine so große Rolle, da wir eh auf der Erde den meisten Raum einnehmen… Mit Pferden können wir also lernen diesen Raum wieder bewusst wahrzunehmen und für diesen auch Verantwortung zu übernehmen. 
  • Dadurch kann das Pferd für diese Interaktion / für diesen Moment den Raum „loslassen“ und sich der Führung des Menschen überlassen. Damit das auch nahhaltig / über einen längeren Zeitraum funktioniert, muss der Mensch den Raum auch halten, also immer wieder bestätigen, dass er da ist und den Raum wahrnimmt / zuweist.
  • 2. langsam, pro „Wort“ (in Körpersprache gedacht wäre das pro Bewegung) ca. 3-5 Sek. vergehen lassen. Dafür 1. Fokus/Blick/Oberkörper/Füße in die gewünschte Richtung bewegen 2. das Seil in diese anheben 3. das Seilende als Unterstützung auch anheben 4. rhythmisch mit dem Seilende den Raum an der Körperseite des Pferdes „einnehmen“, aus dem es weichen soll 5. an der Körperseite, die weichen soll, physischen/rhythmischen Druck machen, bis das Pferd in die gewünschte Richtung weicht. WICHTIG: DAS PFERD SOLL LERNEN ZU WEICHEN – dafür muss der Mensch RAUM GEBEN, also selbst stehen bleiben und NUR DEN EIGENEN RAUM rhythmisch „markieren“. Das wird oft im Horsemanship verwechselt…
  • 3. sobald die gewünschte Richtung angenommen wird, sofort entspannen, deutlich ausatmen und den Rhythmus wegnehmen (also ins Minus mit dem Druck gehen, deshalb heisst das „negative“ bzw. Minus – Verstärkung). 
  • 4. wiederholen bis das Pferd weiter in die Richtung geht. Immer wieder eine Antwort geben, sollte das Pferd unterbrechen/ anfragen.
  • 5. Geduld & Zeit & eine liebevolle Einstellung mitbringen 🙂 

Ausblick:

  • Körperarbeit: Osteo Behandlung wird empfohlen, dann Übungen regelmäßig selber lernen und jedes mal 10-15 Min einbauen – vor dem Training. (= Körper)
  • Raum Klärung ausgehend vom Menschen! (= Beziehung = Psyche / Geist)
  • Für das Verladen: 3 aufeinanderfolgende Einheiten mit Anhänger in direkter Umgebung.
  1. Einheit: Training mit Hänger im direkten Raum (= Umwelt). 
  2. Einheit: Training am Hänger.
  3. Einheit: Training im Hänger.

Diese 3 Einheiten (je 60 – 90 Min) sollten wenn möglich innerhalb einer Woche gemacht werden – dadurch wird die Reizaufnahme / der Trainingsreiz für das Pferd intensiver & es wird deutlich absehbar welche Strategie in Zukunft sinnvoll sein könnte. 

Protokoll 2 – 4 / 13.6. – 15.6.22 / jeweils 1-2 h Verladetraining

Tag 1: Kommunikation an Halfter und Seil (7m Seil) und Stick mit Hänger im direkten Raum.

  • Mensch B wartet mit Pferd A in Tor Nähe –  B hat bemerkt, dass die Spannung bei A steigt, wenn sie herum läuft und hat sich in die OK – Zone zurück gezogen. Gute Entscheidung!
  • 1. Übung: „aktives Führen“ Pferd & Mensch bleiben aktiv im Kontakt beim Führen – das beinhaltet Losgehen, Anhalten, Rückwärts = Tempo & Richtung. 
  • A zeigt nach einigen Stop/Go`s Aufmerksamkeit und reagiert sensibel schon auf meine Idee.
  • Im Bereich diagonal zum Tor wird sie unruhig will weg/ durch den Engpass (ich und der Zaun) stürmen.
  • 2. Übung: Engpass mit Seitenwechsel. Hier zeigt sie auch nach einiger Wiederholung eigene Motivation meinen Ideen zu folgen. Allerdings macht sich auch eine Tendenz zu den anderen Pferden bemerkbar. 
  • 3. Übung: Pause am Hänger – sowohl an den Seiten (Radkappen), als auch vor der geschlossenen Klappe.
  • 4. Übung: das Ausbrechen aus dem Kreis unterbrechen = „Draw“ (= „Ansaugen“). Diese Übung ist etwas komplexer. Hier lernt A die Elemente des „Send“ zu verknüpfen und das Nachgeben zu priorisieren. Zunächst lernt sie dem Druck auf das Halfter nachzugeben = wenn sie sich reinhängt ist es unangenehm und ich mache Druck von Hinten, damit sie besser den Weg nach Vorne findet. Sobald sie nach vorne kommt, also dem Druck am Halfter nachgibt = den gesamten Druck rausnehmen (das ist wieder eine Minus – Verstärkung und eine Operante – Konditionierung). Sie lernt also so durch Nachgeben sich selbst Komfort geben zu können.
  • Diese 4. Übung „triggert“ den Imprint der Opposition = sie kommt kurz in das Panik – Verhalten = Rückwärts in die Opposition hineinsteigern und den Raum übernehmen wollen.
  • Dieses Muster gibt sie jedoch recht schnell auf, wenn ihr ein anderer Komfort angeboten wird = Pause am Hänger.
  • Zum Abschluss einige Runden Schritt auf jeder Hand = sie fährt sichtbar runter, entspannt sich und ist zum Abschluss absolut ausgeglichen und ruhig, 

Tag 2: Kommunikation an Halfter und Seil (7m Seil) und Stick auf der Klappe.

  • Wdh. Am Hänger / Radkappen super.
  • An der Klappe deutliche Muster: schräg über die Klappe weg/flüchten (Opposition, dann Pull-Back, dann Auge, Genick, Schulter), bei Druck friert die Hinterhand ein, das Genick arbeitet dagegen (Strecken, Verwerfen, mit dem Kopf Raum einnehmen).
  • Muster unterbrechen geht, sie zeigt die Tendenz in den Menschen zu springen, deshalb immer wieder den eigenen Raum gut klären + halten.
  • Auf der Klappe erst mit 2 Beinen, dann mit allen 4 Pausenzone einrichten = so verkürzt sich auf die Dauer das Rückwärts – Schießen bis auf die Klappe. 
  • Wichtig: ZEIT!!!! Ihr genug Zeit lassen, um zu abzukauen, anzukommen.

Tag 3: Kommunikation im Hänger

  • beim ersten rangehen an den Hänger und dem Abstellen an den Radkappen, während ich was im Hänger mache, möchte sie sofort weg. Ich frage sie also immer wieder an die Radkappen, bis sie dort den Raum annimmt. 
  • Das auch an der anderen Seite.
  • Vor der Klappe angekommen, bietet sie an, mit den Vorderbeinen drauf zu kommen, darf das auch.
  • Bei der Frage nach den Hinterbeinen, schaltet sie kurz in das „problematische“ Verhalten, allerdings wesentlich weicher, als gestern.
  • Sie äppelt sofort = sie wird durchlässiger (Bauchmuskulatur wird aktiviert), der Parasympathikus reagiert schneller, also ist sie gleich „mit dabei“, wenn auch noch gestresst. Aber insgesamt ein gutes Zeichen, bei einem so sehr zurück gezogenen Pferd.
  • Ich arbeite vor dem Hänger mit mehr Druck: deutliches Rückwärts + sofort danach Zug am Seil in meine Richtung + Druck mit dem Stick an der Hinterhand = so lernt sie dem Druck (sowohl am Halfter, als auch an der HH) in eine bestimmte (meine) Richtung zu weichen – und zwar promt. Das Rückwärts sichert mir dann die Klärung (und damit auch Kontrolle) über den gemeinsamen Raum. Nach ein paar Wiederholungen, zeigt sie ein deutliches Vorwärts (es ist zwar ein Hopsen, das ist aber für den Hänger Ok. Fürs Reiten würde ich das weiter verbessern). 
  • Aus dieser Übung bitte ich sie auf die Klappe, mit allen 4 Füßen.
  • Dann ist erstmal Ruhe, ich ziehe mich weiter in den Hänger zurück und esse dort Äpfel / Möhren.
  • Nach einer Weile registriert sie das Futter (Geruch) und fragt nach. Sie bekommt einen Bissen (den ich ihr abbeisse und dann reiche) Apfel, den Schluck sie mehr, als dass sie sich Zeit nimmt zum Kauen = sie ist auf der Grenze zur Angst. 
  • Nach einer Weile schaue ich in den Hänger und deute mit der Seilhand eine Einladung weiter rein zu kommen an, die nimmt sie wunderbar an und steht im Hänger. 
  • Vorne angekommen zeigt sich deutlich Angst: sie starrt, blinzelt nicht mehr, versucht zu horchen, reißt den Kopf hoch. Ich senke den Kopf ab, lasse sie abkauen, sie nimmt kein Futter mehr an = wir sind in der Panik – Zone (sie kann nicht mehr fressen). Also bitte ich sie sofort Rückwärts raus.
  • Beim ersten Rückwärts eilt sie bis auf Mitte der Klappe (OK – Zone) zurück und sichert dann die Umgebung (Geruch, Blick). 
  • Sie zittert danach auch = ein gutes Zeichen! So verarbeitet der Körper Traumata / Schockzustände / Kontrollverluste (beim Menschen genauso).
  • Das wiederhole ich einige Male, fange an sie nach dem Rückwärts – Impuls zu stoppen und vorwärts zu bitten. Sie macht super mit, lässt sich stoppen, wieder rein fragen usw.
  • Insgesamt zeigt sich noch deutliche Unsicherheit im Hänger.
  • Vermutung der Ursache (vereinfacht): zunächst Verlustangst durch einen Ortswechsel (das ist bei den meisten Pferden am Hänger das Angstthema Nr.1) daraus resultierend ihrem Charakter entsprechender Protest, wieder da einzusteigen zu müssen und den Ort zu wechseln (von der Herde weg zu müssen). Vom Protest zur Opposition, da die Angst mit jedem mal größer wird. 
  • Wird auf die Opposition (die in der Grundemotion Angst ist) mit Druck reagiert, erzeugt das Gegendruck. Das schaukelt sich solange hoch bis zumindest das System des Pferdes vollkommen überfordert und mit Adrenalin durchflutet ist = dann spürt sie keinen Schmerz mehr. Also ist der Druck dann sowieso nicht mehr zielführend. 
  • Es kommt also zu der Verlustangst dazu noch eine Überforderung durch die Einwirkung des Menschen = Verhaltensmuster, die diese Situation vermeiden werden gestärkt (wie eine Art „Aufrüstung“). In Pferd As Fall, ist das Bremse rein (einfrieren), Kopf hoch (Oppositionsreflex), Rückwärts weg (Pull-Back), nach Oben explodieren (Adrenalin ist im System), Kampf  kopflose Flucht (Adrenalin). 
  • Wichtig für die Zukunft: Zeit! Sie steht im Typ einer Spätentwicklerin, die Zeit braucht, um mit / in einer sehr stressigen Situation klar zu kommen. Zur Unterstützung braucht sie dann einen Menschen, der Selbstvertrauen ausstrahlt, Stabilität im Verhalten bietet (also selbst routiniert handelt). Im Grundton braucht dieser Mensch jede Menge Geduld und Ruhe und die Erfahrung, dass die geforderte Übung auch in dem Moment angemessen ist.

Ausblick:

  • Nach 1- 2 Wochen Pause, in denen Mensch B für sich am Hänger üben kann, eine Wiederholung der 3 intensiven Tage.
  • Übungen für Mensch B bis dahin: ergebnisoffen mit Pferd A zusammen an den Hänger gehen. An den Radkappen pausieren, vor der Klappe pausieren. Vor der Klappe, längere Pause und selbst einen Imbiss nehmen (reguliert das eigene Nervensystem). A kann was abhaben, wenn sie höflich bleibt. Danach: genau reinfühlen wie aufgeregt (zeigt sich erst im Nachhinein) / aufgebracht das eigene System / der Körper ist. Das so oft wiederholen, bis das wie beim Putzen ganz normal wird.
  • Die 3 weiteren Einheiten nach der Pause beginnen wir wieder direkt am Hänger. 
  • Dann wird auch die Stange hinten mit einbezogen. 
  • Wir können dann gerne, wenn möglich und sie nach wie vor offen und zugänglich bleibt, einmal eine kurze Strecke fahren und wieder ausladen / einladen.
  • Zusätzlich ist es empfehlenswert das Verladen mit einem erfahrenen Pferd bei mir am Hof zu üben.
  • Lässt sich A zuverlässig von mir einladen und nach dem Fahren ausladen und wieder einladen, im Idealfall mit Stallhalfter / Gerte, dann kann Mensch B lernen zu übernehmen. 

Mini –  Coaching bei uns auf dem Hof, Umfang 3 h, ergänzend gab es eine Videodoku, Unterlagen und Plipchart – Doku.

„Ein wichtiger Bestandteil sind hier die Reiterfahrungen mit Pferd A, die ein gesteigertes Kontroll- und Sicherheitsbedürfnis bei Mensch B auslösen. 

Gepaart mit einem sehr präsenten Antreiber des Perfektionismus beim Reiten, gelingt es B nicht  sich gänzlich auf das Pferd und damit dem dahinter liegenden Bedürfnissen und Gefühlen, einzulassen. Die Antreiber „Sei perfekt“ und „Beeil dich“ können dieses zu- und einlassen blockieren, da B das mit einer Zumutung dem Pferd gegenüber verknüpft: wenn ich mich voll auf meine Gefühle einlasse, dann braucht das Zeit und die Qualität folgt nicht den „Kopfstandards“ sondern individuellen körperlichen Prozessen. Das empfindet B als eine Zumutung für das Pferd i.S.v. das Pferd muss diese Zeit & den Prozess von B aushalten / ertragen. Also kompensiert B im Hinblick auf die eigenen Gefühle: B schützt diese durch ein gesteigertes Kontrollverhalten. So fällt es B schwer lange sich nur auf sich zu konzentrieren, im Kopf und so auch im Körper ist B damit beschäftigt das Pferd zu „korrigieren“. So spannt B sich übermäßig an und Beine, Becken, Schulter, Nacken drängen darauf, das Pferd kontrolliert zu reiten. 

Es gelingt B im Verlauf des Coachings jedoch dies bewusst wahrzunehmen und zu reflektieren, was ein erstes Gefühl für einen möglichen Prozess freigibt: wenn B es vermehrt schafft hier anzuknüpfen, wird B bewusster mit dem Körper arbeiten, also diesen steuern können. Dadurch wird B mehr und mehr in der Lage sein unabhängig zu sitzen, das gesteigerte Kontrollbedürfnis zu regulieren, was die Grundlage einer jeden gesunden Reitweise ist.

Um hier wirklich in den Prozess einzusteigen bräuchte es weitere Coachings im sicheren Rahmen, unabhängig vom eigenen Pferd. Denn hier geht es um Prozesse, die im Nervensystem des Menschen stattfinden und die Reflexion und Zeit brauchen. Mit dieser Zeit, dem Feedback im Coaching, wird B mehr und mehr in der Lage sein die eigenen unbewussten Verhaltensweise zu entdecken und diese mit einem neuen Körperbewusstsein zu begegnen, also regulieren zu können.

Erst wenn B hier ein klares Gefühl, also eine Verbindung zu sich selbst aufbaut, kann B sich auch selbst – bewusst steuern und so auch Gefahren besser einschätzen. Eine Voraussetzung für einen sicheren Erfahrungsspielraum mit Pferden.

B`s Wunsch sowohl die Lücken in der Grundausbildung des eigenen Pferdes verknüpft mit dem Aufbau eines bewussten Körpergefühls hinzu einem unabhängigen Sitz parallel zu entwickeln, ist ambitioniert und liegt im Rahmen der Möglichkeiten – insofern sie sich zunächst an erste Stelle stellt und die Priorität der eigene Prozess wird. Nur so kann sie einen fairen und klaren Blick auf ihr Pferd werfen und so lernen das Pferd in der Verhaltenskorrektur zu begleiten.“

Protokoll – Auszug, individuelles Coaching, mobil, 1,5 h 

  • In der freien Arbeit muss sich Mensch A strukturieren: was ist zuerst wichtig? Raum. Denn Raum bedeutet auch Beziehungsraum. Dieser sollte, wie ein Ritual zunächst geklärt und dann von A gehalten werden.
  • Hier wird deutlich, dass A noch stark anspannt: sie ist fest und sehr im Außen, voll auf das Pferd konzentriert und vergisst dabei sich selbst, ihren Körper und die Tatsache, dass je mehr sie sich auf das Gegenüber konzentriert dieses entweder an Präsenz ihr gegenüber gewinnt oder sich aufgrund der hohen Spannung zurück zieht. 
  • Bei Pferd B zeigt sich eine vermehrte Präsenz: sie beginnt mehr und mehr die Führung zu übernehmen, denn A merkt nicht, dass sie diese abgibt, weil sie nur im Außen unterwegs ist. 
  • Um zu Führen braucht es ein Gegenüber, welches folgen kann. 
  • Dieses folgen muss das Gegenüber selbst verantworten, dafür braucht es eben Handlungsspielraum.
  • Dieses Thema zieht sich grundsätzlich durch die Stunde.
  • In der kurzen Handarbeit wird deutlich: durch dieses Führung abgeben von Mensch A, zieht sich Pferd B noch mehr in ein Schutzverhalten zurück: B ist deutlich fest in der Schulter, bringt Opposition und Widerstand bei der Nachfrage nach Nachgiebigkeit in der Bewegung, entgegen. Hat wenige Ideen mit Leichtigkeit die Führung mir zu überlassen – dieses leichte Übergeben der Führung ist ein Schlüssel zu sanftem Training. Welches Mensch A anstrebt. Nur ist es gerade das Gegenteil, was B lernt, sie bleibt in ihrem erlernten Schutzpanzer, ihrer „Pferde – Komfortzone“, eher Body – Check und „Freeze“ spielen hier die Hauptrolle, sobald es um unbekannte Impulse vom Menschen ausgehend geht… 
  • In der Perspektive braucht es hier viele Wiederholungen, unabhängig von Technik & Übung, bis eine reelle Gymnastizierung an der Hand stattfinden kann. Dann werden beide den Zugang zur neuen Sortierung finden: Mensch bietet Führung an und Pferd  nimmt diese an, um sich auf sich, ihre Balance und Losgelassenheit konzentrieren zu können. 
  • So kann auch der Weg zum geritten werden sehr leicht und sicher gefunden werden.

Protokoll – Auszug. Coaching am Hänger, mobil, 1,5 h

  • Mimikresonanz Pferd beim ersten Ankern an den Radkappen: Angst (festes Maul, hochgezogenes, starres Auge), er versucht sofort den Hänger aus dem Gesichtsfeld zu bekommen, schaut und zieht weg. 
  • Im Zusammenspiel zeigt sich, dass sowohl Pferd A als auch Mensch B besonders das „sich Zeit nehmen“ gut tut. Also wenn wirklich beide – beginnend bei B einmal inne halten und beieinander ankommen. 
  • Wird das übergangen geht Pferd A in Aktion und versucht sich und seinen Menschen an einen sicheren Ort zu bringen. 
  • Bei B zeigt sich dann eine Tendenz zum perfekten „Kleinkrieg“ also dann fängt sie an jeden Schritt von A zu kontrollieren und spannt  selbst deutlich an.
  • Das anspannen ist hier eine automatisierte Reaktion des Nervensystems, was sich bei Stress versucht zu schützen. 
  • Das führt zu einem unguten Muster: Mensch wird deutlich angespannt / gestresst, sobald es an den Hänger geht, da dort das Gefühl vorherrscht, das Pferd nicht mehr kontrollieren zu können.
  • Das führt zu vermehrter Einwirkung auf das Pferd, welches dieses Verhalten vom Menschen nicht kennt. Im „Alltag“ sind die beiden eher gemütlich unterwegs.
  • So wird es für das Pferd immer unmöglicher die Situation einzuschätzen und das Bedürfnis wegzukommen immer deutlicher.
  • Schafft der Mensch hier den Raum, um sich und dem Pferd Zeit zu geben, können beide gut im Kontakt bleiben und in Ruhe Schritt für Schritt weiter in einer Übung verbleiben.

Beiträge zu Kernthemen

Raum

Mein Raum, dein Raum, wer bewegt wen?

Doch was ist überhaupt „Raum“?

In der Mathematik ist Raum die „Gesamtheit von Elementen, die nach Entfernung und Umgebung in einem bestimmten Verhältnis zueinander stehen“ (vgl. https://www.dwds.de/wb/Raum).

Raum beschreibt nicht nur alles was gerade hier und jetzt ist und sich Gegenüber steht, sondern auch wie wir zueinander stehen, am Ende miteinander sind.

Ist mir mein Raum bewusst, also mein Körper, die direkte Umgebung um mich herum (50cm – 1,5m) und vielleicht sogar noch mehr (bis 4m um mich herum), dann kann ich auch klären, was in diesem bis 4m Raum um mich herum für mich OK ist und was nicht. 

Ich kann meine OK – Zone räumlich zuordnen und auch ihre Grenzen erkennen. 

Dadurch nehme ich meine Lernzone deutlicher als solche auch wahr und die Grenze zu Angst und Panik.

Wenn ich so bewusst mit mir im Raum bin, dann wird es mir erst möglich diesen auch zu klären.

Diesen Raum für mich und für andere, die darauf angewiesen sind, zu halten.

Der Nebel der Ungewissheit verzieht sich und ich sehe klar – ich fühle klar, wie ich gerade hier und jetzt bin. 

Wenn ich so bewusst mit mir im Raum bin;

Dann verhalte ich mich wie ein Pferd.

Wie ein Mensch, im Einklang mit seinem Raum.

Wir brauchen alle unseren Raum.

Wir Menschen haben nur das Gefühl, das Maß verloren.

Wir belegen den Raum ohne es zu merken, wir bringen uns und andere damit in Gefahr. 

Doch unser Raum ist nicht ganz verloren, wir können uns sensibilisieren, den Raum, den wir wirklich brauchen, wieder finden.

Und dann ganz nebenbei stellen wir fest: er war schon immer da – wir stehen mitten drin und dafür muss ich gar nichts tun.

Es reicht ihn zu bemerken – wie ein Pferd – ist der Raum wie für uns gemacht. 

Er ist unsere zweite Haut und lernen wir uns darin sicher zu bewegen, dann folgt er uns, ist immer zur Stelle, wenn wir mal Halt brauchen.

Wie ein Pferd.

Aufgabe & Beziehung

Das „WAS“ beschreibt im Pferdekontext eine Aufgabe und das „WIE“ die Beziehung, also wie die Aufgabe tatsächlich ausgeführt wird.

Aufgabe und Beziehung ist ein nicht – Dualismus wie Tempo und Richtung, der sich wie ein roter Faden durch die Mensch/Pferd Begegnung zieht – und zwar gleichzeitig. Deshalb existiert beides zur gleichen Zeit (nicht -Dualismus) und ist auch im jeweiligen Zusammenhang zu betrachten. 

Was ich möchte, also die Aufgabe, hat dabei meist einen bestimmten Rahmen, ich bewege mich in einem dafür angepassten Raum.

Möchte ich Springen sind Hindernisse aufgebaut, möchte ich Bodenarbeit machen, bin ich vielleicht im Longierzirkel / Roundpen.

Auch habe ich für die Aufgabe meist eine bestimmte Hilfengebung im Kopf und eine Idee, wie das am Ende aussehen soll.

Und hier sind wir am Knackpunkt: auch wenn ich genau die Anweisungen befolge, die Idealvorstellung in meinem Kopf versuche umzusetzen:

es gelingt vor allem dann für beide Parteien zufriedenstellend, wenn auch das „wie machen wir diese Aufgabe“, also die Beziehung bewusst wahrgenommen wird. Und zwar vom Menschen, denn das Pferd ist sich dieser Beziehung stets bewusst.

Als Fluchttier ist die Beziehung zu seiner Umwelt und dem Gegenüber in den gegeben Umständen ausschlaggebend für seine Reaktion und Interaktion – und das ganz bildlich: ausschlagen, um die eigene Haut zu retten, rennen, einfrieren, kämpfen oder eben Führung annehmen, vertrauen und folgen. 

Pferde unterscheiden da nicht, sie sind ganz einfach im „Hier & Jetzt“ und kommunizieren direkt über ihren Körper. Pferde kommunizieren direkt wie sie diese Aufgabe unter diesen Umständen mit diesem Menschen bewältigen können.

Über diese grundliegende Kommunikation verfügen auch wir Menschen. Nur meist nutzen wir diese unbewusst. Bewusst setzen wir im Alltag meist nur unsere Sprache ein. Diese entsteht in unseren Köpfen; wir überlegen uns, was wir dazu sagen. Wie das dann ankommt, na hier wird’s spannend.

Denn für ein gelungenes „Wie“ brauchen wir weniger Kopf und mehr Körper. 

Die eigene Haltung macht den Ton – also auch rein physiologisch gesehen – über eine bestimmte Haltung, kann ich eine bestimmte Atmung ausüben und diese beeinflusst wiederum meine Stimme. Den Klag und die fülle dieser zum Beispiel.

Und der Ton, der macht ja die Musik.

Und so kommt das von uns im Kopf gut gemeinte manchmal doch nicht so gut rüber. Vielleicht eher angespannt und gestresst. 

Kommt dir bekannt vor?

Ja, mir auch. Ich vermute vielen Menschen geht es da ähnlich.

Etwas so rüberzubringen, wie ich es wirklich meine, bedeutet es auch fühlen zu können.

Und genau das können Menschen sehr gut mit einem Pferd als Gegenüber lernen.

Denn das Pferd nimmt wie schon beschrieben auch diesen direkten Weg: es benimmt sich so, wie es sich fühlt.

Das Konzept ist es also die bewusste Körpersprache des Pferdes im eigenen Gefühl zu erkennen. Dadurch kann ich mein Pferd „lesen“ lernen und das gelesene als Feedback für mich nutzen. So kann der Mensch ganz natürlich das Gefühl bewusst in seine Haltung übertragen und klar für das Pferd die Aufgabe anleiten.

Die Aufgabe deckt die Physiologie ab – sie versucht sowohl Mensch als auch Pferd möglichst physiologisch gesund im Zusammenspiel zu erhalten. Deshalb sind die hier der Rahmen (Raum) und die Hilfen mehr oder minder gesetzt.

Ich kann vielen Pferd/Mensch Teams die gleiche, grundsätzlich physiologisch machbare Aufgabe stellen, doch wie diese Ausgeführt wird ist jedesmal etwas anders.

Die Beziehung deckt die Psychologie ab – sie erzählt ihre eigene Geschichte vom Zusammenspiel zwischen diesen zwei Individuen, die sich da gerade an der Aufgabe versuchen.

Stelle ich mir und meinem Pferd eine grundsätzlich physiologisch machbare und für unseren Rahmen angemessene Aufgabe, dann brauche ich den unbedingten Freiraum dies auf „unsere“ also „individuelle“ Art und Weise umsetzen zu können.

Und das kann auch manchmal bedeuten ergebnisoffen zu arbeiten.

Der Dialog zwischen Mensch & Pferd benötigt einen eigenen Raum, doch gibt es Grundsäulen, die in diesem Raum Orientierung bieten.

  1. Körpersprache
  2. Feedback
  3. Reflexion

Diese 3 – für meine Zeit mit Mensch & Pferd wichtigsten Grundsäulen – wiederholen sich ständig in der Pferd/Mensch Interaktion.

2021

HERDE

Genauso wie die Herde selbst, so sind auch die Theorien, die Geschichten und Meinungen über die Pferdeherde ständig in Bewegung.

Folgend wird zunächst die Pferdeherde als eigenes System und dann der Unterschied zwischen einer Pferdeherde und einer vom Menschen gesuchten Beziehung zwischen Pferd und Mensch diskutiert.

Diese Diskussion hat keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Es handelt sich hierbei um meine (Nadine) persönliche Perspektive.

Diese Perspektive ist geprägt durch meine Erfahrung mit verschiedenen Konzepten, Methoden und Trainingsansätzen, deren Gegenüberstellung, Reflexion und  Kombination. Mehr dazu kannst Du unter „Vita“ lesen.

Die Bundesforschungsanstalt für Landwirtschaft hat zum Thema Pferdeherde einen Artikel des „Instituts für Tierzucht Mariensee“ veröffentlicht. Es handelt sich um eine Literaturstudie. Das Manuskript ist unter https://literatur.thuenen.de/digbib_extern/zi031485.pdf zu finden. 

Sicher ist, dass die in einer Herde lebenden Pferde Auseinandersetzungen als potentielle Verletzungs- also Gefahrenquellen für die Herde erkennen. Um diese also möglichst selten vorkommen zu lassen, bilden sie eine „stabile Hierarchie in Form einer mehr oder weniger linearen Rangfolge“ (vgl. Lehmann / Ellendorff / Kallweit (2003). Die Schlussfolgerung daraus ist recht einfach: Eine stabile Herde bedeutet weniger Verletzungen. 

Der Job des Menschen sei es demnach, das richtige Umfeld für diese Stabilität zu schaffen. 

Meine Empfehlung ist, auch einen Blick auf die Futterbedürfnisse, die Charaktere und sozialen Kompetenzen der einzelnen Tiere, die eine Herde bilden sollen, zu werfen. Es kann sich im Vorfeld lohnen, hier genauer zu schauen und Tiere, die ähnliche Bedürfnisse zeigen, zusammen zu stellen.

Auch das klingt sehr machbar, wenn denn die Chance besteht, eine bestehende und eventuell gestresste Herde aufzuteilen.

Immer wieder wird die Frage gestellt, ob die Zusammenarbeit mit dem Menschen Auswirkungen auf das Herdenverhalten des Pferdes hat.

Aus wissenschaftlicher Sicht gibt es hier keine validen Erkenntnisse. 

Es wurde aus o.g. Studie lediglich ersichtlich, dass Pferde, die in einem stabilen Zusammenhalt leben, also wenig sozialen Stress erfahren, weniger krankheitsanfällig sind. Auch die Umweltfaktoren spielen immer wieder rein: ist genug und qualitativ gutes (Rauh-) Futterangebot bzw. Weide zum Grasen vorhanden? Wie steht es um den Parasitendruck etc.

Meiner Erfahrung nach lassen Pferde, die in einem immer gleichen Umfeld mit wenig Abwechslung leben – und das auch im Training –  ihren Frust in der sozialen Interaktion ab oder ziehen sich zurück, werden lustlos und/oder sauer, ähnlich einer Depression.

Hier zeigen sich Parallelen zu Tieren, die in Zoos gehalten werden. Auch hier ist ein großes Thema für die Zoobetreiber, den Tieren Abwechslung in ihren Gehegen zu bieten.

Im Grunde ist eine eingezäunte Koppel und der hoffentlich dazugehörige Offenstall auch nichts anderes als so ein Gehege. 

Insgesamt ist der Austausch und die Recherche über das Thema Pferdehaltung und Herde immer wieder eine wichtige Ebene der Fortbildung für jeden Pferdehalter.

Nun zur Beziehung zwischen Pferd und Mensch. Dieses Thema steht hier im Zusammenhang mit der Herde, da besonders ein Trainingskonzept sich immer wieder auf die „Natürlichkeit“ der Pferdeherde bezieht und viele eingesetzte Strategien und Werkzeuge darüber erklärt. Die Rede ist vom „Natural Horsemanship“. 

Interessant und neu war/ist an diesem Konzept, dass der Mensch anfing das Verhalten, was eben diese Stabilität und die Vermeidung von Verletzungen in der Herde erhalten soll, nachzuahmen.

Menschen verhalten sich wie „ranghohe“ Pferde zu und gründen darauf die Beziehung zu ihrem Pferd. Bis heute hilft dieses Konzept tausenden Pferdemenschen, denn es ist einfach zu verstehen und bietet in der Umsetzung einen klaren Fixpunkt: ich bin der Chef. Also es bietet konzeptuell Stabilität. Doch wie alle Berufstätigen wissen, die einen Chef haben: Chef ist nicht gleich Chef.

Einen Führungsanspruch zu haben, weil dieser zu der eingenommenen Rolle in der Beziehung passt, bedeutet nicht gleichzeitig, dass dieser Führungsanspruch auch zu einem selbst passt. Oder, dass dieser dem Gegenüber gerecht wird. 

Hier spielen wir nicht nur die „7 Spiele“ (nach Pat Parelli),  sondern sind allzu oft gefangen im eigenen Spiel der Bedürfnisse und Gefühle. Doch dazu später mehr.

Horsemanship bietet nicht nur Impulse zur Gestaltung der Pferd- Menschbeziehung sondern auch zur Pferdehaltung und der damit verbundenen Gestaltung der Umwelt, in der die Pferde jeden Tag leben. So setzte sich der Trend, wenn auch nur im Kleinen, weg von der Boxenhaltung hin zu einer artgerechten Form durch: Der Herdenhaltung mit Weidefläche und Offenstall.

Dieser Trend hat sich, was übrigens auch in der o.g. Studie erwähnt wird, sehr positiv auf Gesundheit und Wohlbefinden der Pferde ausgewirkt.

Dieser Aspekt, also der Umweltaspekt und die Veränderung der Haltungsform, insgesamt die Auseinandersetzung mit der „Natur“ des Pferdes, ist ein wirklicher Fortschritt zwischen Mensch und Pferd.

Doch wir werfen nochmal einen Blick darauf was passiert, wenn der Mensch „sein“ Pferd aus diesem Zusammenhang, egal wie natürlich, heraus nimmt, sich nur Pferd und Mensch begegnen und der Mensch dabei die führende Rolle einzunehmen versucht.

Das Ziel dieser Begegnung, ausgehend von der Wissenschaft, sollte dann sein: die Stabilität der Beziehung im ersten Schritt zu etablieren und folgend zu stärken und zu erhalten. 

Und das ist unabhängig vom Trainingskonzept ein durchaus komplexes und anspruchsvolles Ziel.

Wir haben großes Glück, dass das Pferd genau diese Stabilität in uns sucht.

Denn das ist die wichtige  Erkenntnis: Vermeidung von Verletzung durch ein stabiles soziales Gefüge ist in der Natur des Pferdes verankert. Folglich wird es in seinem Gegenüber immer wieder diese Stabilität suchen, denn davon hängt sein Leben ab.

Hier erklärt sich, weshalb diese Tiere uns so treu an die verschiedensten Orte – und seien sie noch so unnatürlich – folgen: Solange der Mensch der einzige Beziehungspartner ist, wird, solange sich ein Fünkchen Stabilität erkennen lässt, gefolgt. Das erklärt auch, warum es einige Ponys gibt, die in Gesellschaft einer Ziege sehr zufrieden leben, Ziegen bieten eine Menge Klarheit und Stabilität :). 

Aber Scherz beiseite, an dieser Stelle soll betont werden, dass unabhängig mit welchem Equipment wir arbeiten, unabhängig davon, welche Farbe unsere Bodenarbeitsstangen haben und ob wir klickern, pfeifen, zischen oder immer ein stabiles Leckerlie in der Tasche haben: Pferde suchen eine stabile Beziehung, nicht unser Konzept oder unsere Aufmachung.

Die Schlussfolgerung daraus lautet: bewusste Wahrnehmung ermöglicht eine bewusste Beziehungserfahrung, in jeder Umgangsform oder Reitweise mit Pferden.

Die Voraussetzung bleibt eine artgerechte Haltung mit Herde, frischer Luft, gutem Futterangebot, Bewegung und Abwechslung. 

Natural Horsemanship, aber auch klassische Schulen, die (alt-)kalifornische Reitweise usw. (um hier nur einen Bruchteil zu nennen), bieten in Ansätzen beides, also sowohl die artgerechte Haltung, als auch den artgerechten Umgang (ein stabiles Prinzip). 

Doch die „bedarfsgerechte“ Erfüllung beider Elemente zeigt sich im Einzelfall.

Mit bedarfsgerecht ist gemeint, dass jede Herde, jedes Pferde- / Menschenpaar abweichende Bedürfnisse haben kann. Die Begrifflichkeit wird hier aus der bedarfsgerechten Fütterung geliehen, diese geht davon aus, dass nicht jedes Pferd mit den „alten“ Faustregeln und dem, was der Stallmeister noch wusste, klar kommt.

Es ist notwendig diese im Einzelfall begründeten Bedürfnisse zu erkennen, zu benennen und erfüllen zu können. 

Es wird hier zum Abschluss eine Frage gestellt, die zum Nachdenken und zur Fortsetzung der Diskussion anregen soll.

Wie bewusst sind mir meine eigenen Bedürfnisse?

Grundlage für diese Frage ist nämlich die Annahme, dass sich unsere unbewussten, manchmal unterdrückten, weil schmerzhaft oder schamhaft oder oder oder, Gefühle in unserer Körpersprache ausdrücken. 

Auch hier ist es oft nicht ausreichend einfach ein Konzept zu wählen, was dann nur nach außen hin Sicherheit und Kompetenz vermittelt. 

Wir werden uns immer so körpersprachlich ausdrücken, wie wir uns wirklich fühlen. 

Mimikresonanz ist hier nur ein sehr wichtiges Stichwort. Und das Pferd erkennt diese Körpersprache, unsere Mimikresonanz genau. Horsemanshiperprobte Menschen kennen den sog. „Schwiegermutterblick“, den Parelli nicht umsonst mit in seine Spiele brachte.

Es ist also oft nicht relevant was ich in der Hand habe, ob Zügel, Seil, Peitsche, Stick oder Gerte, mein gesamter Ausdruck wird von meinem Pferd gesehen.

Manchmal ist es also auch an der Zeit, alles aus der Hand zu legen, alles loszulassen, woran wir uns in der Pferdearbeit klammern, um zu fühlen, was passiert.

Mit mir und dem Pferd.

Also was sind meine Bedürfnisse, die unbewusst anklopfen und welche davon nehme ich mit zum Pferd?

Mit dieser Frage allein lässt sich schon ganz locker eine Kurswoche füllen.

Und damit kommt dieser kleine Einblick in das Thema Herde zu seinem (vorläufigen) Ende.

Nadine wünscht euch viel Spaß beim Nachdenken, beim drüber Reden und Entdecken, was da so zwischen Mensch und Pferd passiert.

Vielleicht bis bald auf ein Glas Wein und noch mehr spannenden Themen.

LERNEN

Wie lernt mein Pferd überhaupt, was ich von ihm will?

Wer diese Frage zufriedenstellend für sich beantwortet hat, muss nicht mehr im Trüben fischen, um die richtige Technik für sich und sein Pferd zu finden.

Oft herrscht darüber jedoch große Unklarheit, die dann zu Missverständnissen zwischen Pferd und Reiter führen.

Die gängigen Reitlehren bieten Methoden und Konzepte an, die  zwischen Gewöhnung an einen „Reiz“ und Verknüpfung dieses Reizes mit einem bestimmten Verhalten, pendeln. Beides hat seinen Sinn und entspricht dem Stand der Wissenschaft- dem Wissen um Konditionierung von Organismen.

Wichtig zu unterscheiden ist, wann und wie ich dieses Wissen am Pferd einsetze.

Wähle ich den Weg der Gewöhnung (einfache Konditionierung), so macht z.B. die Farbe bei der gleichen Art Gegenstand einen Unterschied; Gewöhne ich mein Pferd zielgerichtet an bestimmte Objekte, so wird diese Gewöhnung nicht unbedingt auch bei anderen Gegenständen ersichtlich (vgl. Gabor 2012). Also ein Pferd, was an eine grüne Plastikplane gewöhnt wurde, auch wenn der Reiz noch so „stark“ erschien, kann beim Anblick einer blauen Mülltonne, eines bunten Regenschirms etc. immer noch die Flucht ergreifen.

Die Verknüpfung eines Reizes mit einem Verhalten stellt eine weitere Möglichkeit da, damit konditioniere ich den Reiz. Dieser löst dann ein bestimmtes Verhalten aus. Die erweiterte Form dieser Konditionierung findet dann statt, wenn das Verhalten als zielführend wahrgenommen wird. Das Pferd ist hier aktiv beteiligt. Aus dieser sog. „Operanten Konditionierung“ können sich weitere Lernformen entwickeln (ebda.).

Wer sich mehr mit diesem wichtigen Thema befassen möchte, kann sich zum Beispiel durch die Publikationen von Dr. Vivian Gabor einiges anlesen, diese werden an dieser Stelle sehr empfohlen.

VERLADEN

Das Verladen des Pferdes in den Hänger kann zu einer der stressigsten Beziehungsproben zwischen Mensch und Pferd werden.

Für viele Trainer*innen ist es mittlerweile das Kerngeschäft. Guter Rat ist meist teuer und von kurzer Haltbarkeit. Die Pferdebesitzer suchen einen Menschen, der ihr Pferd „verladefromm“ macht, wollen dieses Beziehungsgespräch lieber einem Profi überlassen.

Verständlich, denn das Verladen ist, genauso wie das Reiten, sehr risikoreich. Verletzungsgefahr und Scheitern haben sich in den meisten Hinterköpfen eingenistet, blockieren Mensch und Tier.

Zuschauer stehen da und wollen, dass sich ihre Drama – Erwartungen auch bewahrheiten. Ein ungesunder Kreislauf.

Um diesen zu durchbrechen braucht es nur zwei Voraussetzungen:

  1. Geduld mit mir selbst.
  2. Eine gute Beziehung zu meinem Pferd.

Das Verladen ist sowas wie das Paradebeispiel, an dem sich zeigt, wie gut Mensch und Pferd in Beziehung mit Stress umgehen können.

Die gute Nachricht: den Umgang mit Stress kann jeder Mensch und jedes Pferd lernen, auch gemeinsam.

Lernen mit Pferden braucht eben Geduld – und einen bewussten Umgang mit Gefühlen – und Pferden. 

Wir verfügen über eine perfekt konzipierte Bewegungshalle für ein entspanntes Verladetraining. 

Hier kann im absolut sicheren Rahmen jeder Schritt in Richtung Hänger genauer betrachtet und gesund entwickelt werden.

Ihr habt ein Verladeproblem, würdet gerne in unserer Halle trainieren, wisst aber nicht, wie ihr mit Pferd zu uns kommen könnt?

Ganz einfach: Nadine bietet auch mobiles Training bei euch im Stall an. Und die Möglichkeit euch abzuholen, wenn ihr zu uns wollt, aber nicht wisst wie.

Meldet euch einfach.

Im persönlichen Gespräch können alle Fragen & Details direkt geklärt werden.